Moslesfehn - Und täglich grüßt das Murmeltier: Die Faustballer des Ahlhorner SV dürften sich nicht erst seit Samstag so fühlen wie Schauspieler Bill Murray, der in der bekannten Filmkomödie von 1993 in einer Zeitschleife festsitzt und ein und denselben Tag immer wieder erlebt. Für die Ahlhorner ist dieses Szenario jedoch bittere Realität. Sie qualifizieren sich auf dem Feld immer für die Deutschen Meisterschaften, scheiden seit sieben Jahren aber direkt im ersten Spiel aus und verpassen damit den zweiten Turniertag, wenn es um die Medaillen geht.

„Sonntags zuzuschauen ist eigentlich nicht unser Ziel“, meinte ASV-Trainer Karsten Bilger am Samstagmittag kurz nach der deprimierenden 0:3-Klatsche gegen den TV Wünschmichelbach (5:11, 8:11, 7:11). „Die Enttäuschung ist riesengroß“, gab Bilger zu. „Alles, was wir uns im Vorfeld überlegt hatten, haben wir nicht auf das Feld gebracht.“

Dabei waren die ASV-Männer „mit einem guten Gefühl“, so Hauptangreifer Christoph Johannes, in die Begegnung gegen den Tabellenzweiten aus der Süd-Bundesliga gegangen. Auf der Tribüne herrschte ebenfalls beste Stimmung, hier trumpften die Fans aus Ahlhorn und Wünschmichelbach lautstark auf. Doch so euphorisch es auf den Zuschauerrängen zuging, so unerwartet leblos war der Auftritt der Bilger-Truppe auf dem Spielfeld. „Wir hatten auf allen Positionen irgendwelche Schwächen. Das war ein gebrauchtes Spiel von A bis Z“, meinte der ASV-Coach. Ganz anders sah hingegen der Auftritt der Süddeutschen aus. Immer wieder punktete Dennis Gruber nach präzisen Vorspielen mit wuchtigen Angriffen, die von der Ahlhorner Abwehr vor allem im ersten Satz kaum entschärft werden konnten. Über 1:6 und 2:9 war die Messe schnell gelesen.

Auch im zweiten Abschnitt liefen die Blau-Weißen ständig einem Rückstand hinterher. „Wir haben zu wenig Druck aufgebaut, was auch daran lag, dass unser Zuspiel phasenweise echt unterirdisch war“, erklärte Bilger. Stadionsprecher Sönke Spille ahnte zu diesem Zeitpunkt bereits, wie das Spiel ausgehen sollte. „Noch ein Satzverlust, und das DM-Trauma des Ahlhorner SV hat weiter Bestand. Derzeit deutet es auf nichts anders hin“, orakelte er nach dem 0:2-Satzrückstand durch sein Mikrofon.

Und genau so kam es am Ende auch, und nach weniger als 45 Minuten Spielzeit verließ Ahlhorn wieder einmal vorzeitig die DM-Endrunde. „Ihr könnt von mir aus den Text vom letzten Jahr nehmen, kopieren und einfügen“, meinte Bilger hinterher mit unüberhörbarem Zynismus. Genau das hatte übrigens sein Vorgänger Thomas Neuefeind vor einem Jahr nach der DM in Bredstedt auch schon gesagt – und täglich grüßt das Murmeltier...