RTL-Moderator Florian König war am Dienstag in Hoyerswege, um über die Formel 1 zu berichten. Ganderkesee kennt er durch seinen Vater sehr gut.
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FRAGE:
Herr König, seit 1996 stehen Sie an den Rennstrecken dieser Welt. Leiden Ihre Ohren nicht darunter?
KÖNIG
: Ich merke die Belastung schon. Meine Frau sagt ja immer, dass ich selektiv höre und nur das höre, was ich will. Allerdings habe ich das Gefühl, dass meine Ohren schlechter werden. Ich habe aber einen Hörtest gemacht und danach ist alles in Ordnung.
FRAGE:
Ist das Interesse an der Formel 1 nach Michael Schumachers Rücktritt abgeebbt und bekommt es durch Sebastian Vettels Erfolge neuen Schwung?
KÖNIG
: Ich glaube, die Begeisterung ist nicht mehr auf Schumacher-Niveau. Das sieht man auch an den Quoten. Nach dem Rücktritt gab es ein, zwei Jahre einen Durchhänger und dann kam das Geschenk Sebastian Vettel. Die Leute merken, dass da wieder einer ist und dazu kommt, dass Nico Rosberg nun auch gewinnt. Es sind jetzt viele und nicht mehr nur einer. Mir gefällt das sehr gut. Wir haben an einem Sonntagnachmittag nach wie vor sechs Millionen Zuschauer. Zu Schumachers besten Zeiten hatten wir zehn Millionen, aber das ist wohl Jammern auf hohem Niveau. Michael hat die Formel 1 bekannt gemacht. So jemand kommt natürlich nicht wieder.
FRAGE:
Sie stehen ja schon sehr lange mit Niki Lauda vor der Kamera. Können Sie ihn noch da stehen sehen?
KÖNIG
: (lacht) Ich bin mit ihm schon länger zusammen, als mit meiner Frau. Ich höre immer wieder, dass manche Zuschauer die Frotzeleien von uns beiden vor der Kamera als negativ empfinden. Aber das ist nicht so. Ich habe großen Respekt vor ihm und seiner Lebensleistung und er betont es mir gegenüber häufig, dass er mich ebenso respektiert. Ich mag ihn wirklich sehr, das ist mehr als eine Business-Gemeinschaft. Wir necken uns wie alte Freunde, die wir ja auch sind.
FRAGE:
Können Sie eigentlich Reifen wechseln und wie schnell?
KÖNIG
: Bei einem normalen Auto muss man ja erstmal vier Muttern lösen, da dauert alles erheblich länger, aber das kann ich schon. Ich habe es mal bei einem Rennboliden ausprobiert, da setzt man den Schlagbohrer an und der Reifen sitzt. In den wenigen Sekunden, die die Teams im Rennen dafür brauchen, schaffe ich es allerdings nicht. Ich habe auch mal einen Boliden betankt, das ist mit diesem großen Schlauch sehr schwer. Ich nehme gern das Angebot von Teams an, so etwas auszuprobieren, denn dann weiß ich auch, worüber ich vor den Zuschauern spreche. Das gehört zur Recherche. Ich kann auch Strecken, die ich selbst einmal abgefahren bin, besser kommentieren.
FRAGE:
Zurück nach Ganderkesee. Kennen Sie die Gegend eigentlich?
KÖNIG
: Ich kenne die Gegend sogar sehr gut. Mein Vater hat dort fast 20 Jahre als Chefarzt im Wichernstift gearbeitet. Dort habe ich ihn oft besucht und habe den rauen norddeutschen Charme – nicht nur der Gegend, sondern auch der Leute – kennengelernt. Ich habe das sehr gemocht. Mein Vater hat mich gefragt, ob ich diesen Vortrag hier für den guten Zweck halten wolle, denn die Hilfe für Togo ist für ihn eine Herzensangelegenheit. Da habe ich sofort zugesagt und ich hoffe, dass die Leute Lust haben, mit mir ins Gespräch zu kommen.
FRAGE:
Sind Sie eigentlich schon selbst mit einem Rennboliden gefahren?
KÖNIG
: Ich bin einmal in einem Mercedes-Zweisitzer mitgefahren, aber auch nur in ein Fernsehstudio rein. Da habe ich schon einen Eindruck davon bekommen wie eng und laut es darin ist. Ich könnte so ein Fahrzeug nicht fahren, und es würde mich auch niemand lassen, schließlich kostet so ein Wagen mehrere Millionen. Außerdem bin ich mit 1,90 Meter zu groß.