MüNCHEN - Vom Helden des WM-Sommermärchens zum Sündenbock bei Bayern München: Jürgen Klinsmann (44) ist nach nicht einmal zehn Monaten als Trainer beim deutschen Fußball-Rekordmeister gescheitert, das Experiment mit dem selbst ernannten Reformer ist nach 302 Tagen beendet. Nun soll Jupp Heynckes die Bayern in die Erfolgsspur zurückführen.

Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sprach nach der schon länger erwarteten Trennung von einem notwendig gewordenen „Befreiungsschlag“. Es sei ein Moment entstanden, „an dem wir eine psychologische Barriere zur Seite räumen mussten, um unsere Ziele zu erreichen“. In der Bundesliga liegen die Münchner auf einem für sie enttäuschenden dritten Rang.

Der 63-jährige Heynckes war seit seinem Abgang bei Borussia Mönchengladbach am 31. Januar 2007 ohne Job und wird nun bis zum Saisonende Cheftrainer. „Ich tue das für den FC Bayern, der mir das Sprungbrett in den internationalen Fußball gegeben hat, und aus Freundschaft zu Uli Hoeneß“, sagte der Ex-Nationalspieler, der die Bayern erstmals am kommenden Sonnabend ausgerechnet gegen Gladbach betreuen wird. Heynckes hatte die Bayern bereits von 1987 bis 1991 betreut. Ein längerfristiges Engagement schlossen die Bayern-Verantwortlichen bereits aus, sie wollen „zeitnah“ für die kommende Saison eine „überzeugende Lösung“ präsentieren.

Kommentar, S.4/Extra-Seite im Sport, S.28