• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport

Hoeneß knöpft sich Löw nach Liverpool-Spiel vor

10.03.2019

München (dpa) - Als stille Genießer schritten Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng am Tag der starken Bayern-Botschaften aus der Münchner Fußball-Arena.

So blieb es Uli Hoeneß vorbehalten, ein paar Meter entfernt im Hochgefühl des von Borussia Dortmund zurückeroberten "Platzes an der Sonne" einen Münchner Donnerhall in Richtung des Bundestrainers anzusagen.

"Zu Jogi Löw werde ich mich nach dem Liverpool-Spiel mal äußern. Ich möchte die Ruhe, die wir uns jetzt hier erarbeitet haben, bis nach dem Spiel erhalten", sagte der Präsident nach der 6:0-Torgala gegen einen wehrlosen VfL Wolfsburg. Der ersehnte Einzug ins Viertelfinale der Champions League ist in München dann doch noch wichtiger als jede Löw-Schelte. Trotzdem braut sich da noch ein Sturm zusammen beim wichtigsten Spieler-Lieferanten der deutschen Nationalmannschaft.

Vor dem K.o.-Duell mit Jürgen Klopps Vorjahresfinalisten am Mittwoch (21.00 Uhr/Sky) schillert die Welt des FC Bayern wieder in schönsten Rot-Tönen. "Das Momentum haben wir auf unserer Seite", tönte Joshua Kimmich. Nach 161 Tagen in der Jägerrolle lösten die zeitweise um neun Punkte distanzierten Bayern den BVB wieder an der Spitze ab.

Auf das 5:1 von Gladbach folgten sechs weitere Warnschüsse von Robert Lewandowski (2), Serge Gnabry, James Rodríguez, Kimmich und Müller an die "Reds" aus England. "Das gibt uns hoffentlich die nötige Energie für Liverpool", sagte Trainer Niko Kovac. Hoeneß bestätigte zur Abrundung des Wochenendes den Millionen-Deal mit BMW, der Audi als Bayern-Partner spätestens 2025 ablösen wird. "Ja, wir haben eine Vereinbarung mit BMW für die Zukunft", verkündete Hoeneß stolz.

Im Fokus stand gegen Wolfsburg aber das von Löw handstreichartig aussortierte Bayern-Trio. Kovac nannte es zwar einen Zufall, dass Boateng, Hummels und Müller im ersten Spiel als Ex-Nationalspieler zusammen in der Startelf standen. Ob bewusst oder nicht: Es war schon eine spezielle Pointe des Bayern-Trainers, mit gleich sechs Ü30-Akteuren den höchsten Saisonsieg zu feiern.

Was wohl Jogi im 278 Kilometer entfernten Freiburg dachte, wo der Bundestrainer den Sieg des SC gegen Hertha BSC beobachtete? Mit einem länderspielwürdigen Spieltrieb reagierte Müller auf seine Verbannung in den DFB-Ruhestand. Der 29-Jährige traf zum 4:0 und bereitete das erste Tor fein vor. Die 30 Jahre alten Fußball-Methusalems Boateng und Hummels strahlten im Abwehrzentrum Souveränität aus. "Die Art und Weise, wie sie es umgesetzt haben in positive Energie, das spricht für sie als Spieler, Menschen und Charaktere", lobte Kovac.

DFB- und Bayern-Kapitän Manuel Neuer äußerte sich diplomatisch zum Aufreger-Thema der Woche. Der bald 33 Jahre alte Torwart ist Löws Bannstrahl vorerst entgangen. Auch er sei "vorab nicht informiert" worden, habe aber im Anschluss mit Löw telefoniert. "Die Spieler waren enttäuscht, so eine Entscheidung gesagt zu bekommen. Das kann ich natürlich verstehen", kommentierte Neuer: "Aber andererseits ist ein Trainer auch dazu da, Entscheidungen zu treffen."

Kritischer positionierte sich der Juniorchef der Nationalelf, der 24-jährige Kimmich: "Wenn ich das aus Spielersicht bewerten muss, ist die Art und Weise natürlich nicht okay." Gerade Müllers Ausbootung verblüffte Teamkollege Kimmich: "Thomas hat 100 Länderspiele gemacht. Dann hat man, denke ich, einen anderen Abgang verdient." Bastian Schweinsteiger (121 Länderspiele) und Lukas Podolski (130) bekamen auf Löws Initiative ein Abschieds-Länderspiel im DFB-Trikot.

Leon Goretzka entschied sich für eine besondere Würdigung der Weltmeister von 2014: "Ich verspüre generell als Deutscher eine unheimliche Dankbarkeit für die Drei, weil sie mir unheimlich viele schöne Stunden bereitet haben auch als Fan der deutschen Nationalmannschaft und den WM-Titel geholt haben für uns alle." Goretzka mochte sogar ein DFB-Comeback des Trios nicht ausschließen: "Man weiß ja nie. Vielleicht kommen sie ja nochmal wieder."

Das schnelllebige Fußball-Business ist unberechenbar. Bayern München heißt fortan das Kerngeschäft für Boateng, Hummels und Müller. Große Aufgaben und Titeloptionen stehen auf der Münchner Agenda. "Die Woche hat gut begonnen. Wir sind jetzt da, wo wir hinwollen", sagte Kovac mit Blick auf die Bundesliga. "Aber es sind nur zwei Tore", fügte der Kroate angesichts des minimalen Vorsprungs auf den BVB hinzu. "Wir sind natürlich glücklich, dass wir jetzt endlich mal wieder da oben sind. Der Platz an der Sonne ist schön", frohlockte Hoeneß.

"Dieser Moment der Saison ist der beste, den wir bisher hatten – und das zum richtigen Zeitpunkt", sagte Sportdirektor Hasan Salihamidzic. Robert Lewandowski, mit nun 197 Toren erfolgreichster ausländischer Schütze in 56 Bundesligajahren, rief zur "vollen Konzentration" auf die entscheidende zweite Kraftprobe mit dem FC Liverpool auf.

"0:0 ist natürlich ein gefährliches Ergebnis", mahnte der im Rückspiel gesperrte Kimmich. Ein Boateng-Hummels-Müller-Spiel wird es am Mittwoch in der Allianz Arena garantiert nicht wieder geben: Denn Müller muss nach seiner Roten Karte gegen Ajax Amsterdam wie schon bei der Nullnummer an der Anfield Road gesperrt zuschauen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.