Rio De Janeiro - Im Überschwang der Glücksgefühle nahmen die Sandköniginnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in voller Montur ein nächtliches Bad im Pool, und die gesamte Party-Gesellschaft folgte. Bis in die Morgenstunden feierten die beiden Beachvolleyballerinnen auf einer Hotel-Dachterrasse ausgelassen ihren olympischen Gold-Coup am berühmtesten Strand der Welt und dachten dabei schon an neue reizvolle Ziele. „Ich bin sowas von heiß, weil wir gerade in diesem Jahr gezeigt haben, dass wir so fit sind wie noch nie“, erklärte Ludwig nach dem triumphalen Olympiasieg an der Copacabana in Rio : „Es wäre dumm zu sagen, ich höre jetzt auf. Ich will es einfach nochmal machen.“

Das famose 2:0 im Endspiel gegen die brasilianischen Weltmeisterinnen Agatha und Barbara soll nicht der letzte Höhepunkt ihrer Karriere gewesen sein. „Ich sage nicht nein“, erklärte die 30-Jährige mit Blick auf Olympia 2020 in Tokio. Partnerin Walkenhorst verkündete mit einem Caipirinha in der Hand zu weiteren Olympia-Anläufen: „Einer geht auf jeden Fall noch.“

Verbandspräsident Thomas Krohne weiß genau: „Kira und Laura haben einen Maßstab gesetzt, an dem sich viele andere orientieren müssen.

Ludwig erinnerte sich auf der höchsten Stufe des Podiums an die guten und schlechten Zeiten der vergangenen vier Jahre. „Man hat da oben gestanden und wusste: Man singt jetzt seine Hymne und es geht um dich, um uns, um das Team. Das war unbeschreiblich“, brachte die 30-Jährige ihre Gefühlswelt schluchzend zum Ausdruck. „Es waren vier Jahre, da haben wir super hart gearbeitet, und Tiefs gehabt. Aber wir sind immer wieder als Team zusammengewachsen. Dass wir nun ganz oben stehen, ist unglaublich und noch unwirklich.“

Der Weg dorthin war nicht leicht, wenn man an die Erkrankung von Walkenhorst denkt, die dem Duo 2014 ein ganzes Jahr Entwicklung kostete. „Wir mussten viele Steine wegräumen. Es hat uns letztlich aber noch stärker gemacht“, sagte Walkenhorst, die im Endspiel mit sensationellen sieben Blockpunkten die Gastgeber entzauberte und die 12 000 Fans verstummen ließ. „Das war die hohe Kunst, nicht hektisch zu werden bei dieser Kulisse“, betonte die 25-Jährige.

Im Publikum saßen auch ihre Disziplin-Kollegen Markus Böckermann (Wardenburg) und Lars Flüggen (Hamburg), die im Turnier der Männer in der Vorrunde ausgeschieden waren. Sie gratulierten den Goldmädels anschließend bei Facebook mit „Gold! No words needed“ („Ohne Worte“).

Mathias Freese
Mathias Freese Sportredaktion