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Vereine Tag des offenen Visiers

Milena Schnell

Nadorst - Das Quietschen von Sportschuhen auf der Fechtbahn und der elektronische Ton der Punktemaschine dringen durch die Turnhalle. Ein Degen zischt auf den Gegner zu und erwischt ihn auf der Brust. Treffer!

Für Samstag hatte der Fechtclub zu Oldenburg zum „Tag des offenen Fechtens“ eingeladen. Interessierte konnten sich selbst am Degen ausprobieren und ersten Kontakt zum Sport aufnehmen. Die Mitglieder des Vereins zeigten den Gästen in der Sporthalle der Grundschule Nadorst (am Eßkamp) drei Stunden lang die Grundschritte, den richtigen Umgang mit den Waffen und wie man auf der Fechtbahn erfolgreich Punkte erlangen kann. Rund 70 Neugierige versuchten es einmal.

Aufmerksam betrachtet Clubpräsident Ingmar Seeberg das rege Treiben. Seeberg kam durch seine Tochter vor sieben Jahren wieder zum Fechtsport. Das Spannendste dabei für ihn ist, dass man sich schnell entscheiden und seine Taktik auf den Gegner anpassen muss. „Wenn ich auf der Bahn bin, greife ich gern an“, so Seeberg, „man muss jedoch auch lernen sich zurückzunehmen, um zu gewinnen.“ Durch das Fechten kann man deshalb Situationen besser einzuschätzen und sein Ziel zu erreichen.

Seit Unfall gelähmt

Beim Fechten ist für Cheftrainer Wilfried Lipinski (56) auch die Disziplin von großer Bedeutung. Die Sportler müssen stetig an sich selbst arbeiten, um zu siegen. Disziplin und Zielstrebigkeit zeigen sich auch im Leben von Lipinski. Der ehemalige Paralympionike sowie Welt- und Europameister ist seit einem Autounfall in seiner späten Jugend querschnittsgelähmt. Doch von seiner Behinderung ließ er sich nicht aufhalten. Durch das Fechten konnte sich Lipinski durch die Schwierigkeiten in seinem Leben navigieren. Er sagt: „Man nimmt den Siegeswillen und die Fairness von der Bahn mit in das Leben. So kann man Herausforderungen meistern.“ Dieses Wissen kann er an den Nachwuchs weitergeben, den er heutzutage im Fechtclub unterrichtet.

Im Club finden sich nicht nur Freizeitfechter, sondern auch Mitglieder mit Ambitionen, wie Homa Ikei. Der 14-Jährige ficht seit drei Jahren und belegte in der Deutschen Meisterschaft 2019 den 21. Platz seiner Altersgruppe. Seine Mutter hat ihn zum Sport gebracht – seitdem ist er begeistert davon. „Ich mag es nicht zu verlieren. Außerdem macht es umso mehr Spaß, desto besser man wird“, sagt Ikei. Sein Siegeswille äußert sich deutlich. Ziel sind für ihn die Olympischen Spiele.

Dem Nachwuchsfechter gefällt die Atmosphäre im Verein. Besonders für seinen Trainer Wilfried Lipinski hat er nur wohlwollende Worte. „Er ist ein guter Trainer! Er gibt sehr gute Erklärungen“, lobt das Nachwuchstalent.

Neugierig geworden

Um den Sport so nah und sicher wie möglich zu erfahren, darf am „Tag des offenen Fechtens“, und auch sonst, die passende Schutzkleidung natürlich nicht fehlen. Alida Hempel steht schon mit Maske, Weste und Degen an der Bahn bereit. Die Zehnjährige ist mit ihrem Vater und ihrem Bruder in die Turnhalle gekommen, um sich den Sport genauer anzuschauen. Sie wurde im Urlaub durch einen Besuch in einer Fechthalle neugierig. „Ich interessiere mich sehr für den Umgang mit Schwertern und Säbeln“, sagt die Sechstklässlerin. Nach diesem ersten Geschmack kann sie sich vorstellen weiterzumachen.

Für den Verein, der momentan etwa 55 Mitglieder zählt, wäre das ideal. Vereinspräsident Seeberg wünscht sich gern mehr Aktive. Im Fechtclub zu Oldenburg sei jeder willkommen – ob Frau oder Mann, Erwachsener oder Kind. Es ist ein Sport, der nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit macht. Präsident Ingmar Seeberg bestätigt: „Fechten ist für jung und alt – und es hält jung.“

Kontakt zum Verein

Informieren können sich Interessierte online oder unter t  04407/97 95 08. Die Trainingsgruppen treffen sich dienstags und donnerstags. Außerdem kann man einen kostenlosen vierwöchigen Schnupperkurs belegen.

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