NEERSTEDT/BREMEN - Im Bremer AWD-Dome durfte der Handballnachwuchs aus dem Landkreis Hand in Hand mit den Profis auflaufen. Beinahe sogar mit der deutschen Auswahl.

VON Benjamin Klare

NEERSTEDT/BREMEN - „Am liebsten würde ich mit Florian Kehrmann auflaufen. Der kommt immer als erster in die Halle und spielt außerdem auf meiner Position.“ Lennart Bruns hatte so sehr gehofft, mit seinem Lieblingsspieler der deutschen Handball-Nationalmannschaft am Dienstag in den Bremer AWD-Dome einlaufen zu können. „Aber leider wird das ja ausgelost“, zeigte sich der Neunjährige schon vor der Entscheidung skeptisch. Und tatsächlich musste Lennart – gemeinsam mit sieben Mädchen und sechs weiteren Jungen der Handball-E-Jugend des TV Neerstedt – mit der serbischen Auswahl Vorlieb nehmen.

Nachdem der Handballnachwuchs aus dem Landkreis aus rund 70 Bewerbern als eine von vier Jugendmannschaften ausgelost wurde, die ein Nationalteam in der Vorrunde des World-Cups aufs Feld begleiten darf, haben die Neerstedter das zweite „große Los“ nur ganz knapp verpasst. Das zog nämlich der TSV Bassen, der die deutschen Nationalspieler in die Halle begleiten durfte. Die Nachwuchsteams der HSG Delmenhorst (Dänemark) und TS Woltmershausen (Kroatien) hatten sich ebenfalls vergeblich Hoffnungen gemacht.

„Auch wenn es nicht Deutschland, sondern der Gegner geworden ist, haben wir Losglück gehabt“, tröstete Frank Bruns, der gemeinsam mit Ina Schäfer den männlichen TVN-Nachwuchs betreut, diejenigen seiner Schützlinge, die sich schon einen deutschen Nationalspieler „ausgeguckt“ hatten. Tobias Rathkamp, der das Los für Neerstedt gezogen hatte, zählte nicht dazu. „Wir laufen doch trotzdem mit Deutschland ein, nur nehmen uns die Spieler nicht an die Hand“, analysierte er treffend. An die Hand genommen werden möchte Angie Hohnholt so schnell wohl nicht wieder. „Die hatten so klebrige Hände!“, berichtete die Neunjährige von ihrem ersten Kontakt mit Handball-Harz.

Saßen die Neerstedter während der ersten Begegnung zwischen Kroatien und Dänemark noch auf ihren Plätzen und fieberten ihrem großen Auftritt entgegen, blieben ihre beiden Sitzreihen beim Spiel Deutschland gegen Serbien die meiste Zeit leer. Wie übrigens die meisten Plätze in der ehemaligen Bremer Stadthalle, die 14 000 Zuschauern Platz bietet, aber nur zu einem guten Viertel gefüllt war. Dass sich die E-Jugendlichen nicht nur für das Spiel interessierten, hatte freilich andere Gründe. Zu verlockend war das aufregende Drumherum mit Wurfbuden, Süßwarenständen und Fanartikeltresen.

„Das war ein schönes Erlebnis für die Kinder“, meinte Betreuerin Ina Schäfer nach einem langen Abend, „besonders toll fanden sie natürlich die laute Musik und die vielen Zuschauer – wenn sie selbst in Neerstedt spielen, gucken ja nur die Eltern oder Oma und Opa zu.“