Neerstedt/Elsfleth - Ein Neun-Punkte-Vorsprung kann durchaus verspielt werden, wie die Bundesliga-Fußballer von Borussia Dortmund aktuell eindrucksvoll bewiesen haben. Am Wochenende mussten sie Bayern München vorbeiziehen lassen. Aber gilt das auch für die Verbandsliga-Handballer des Elsflether TB? Die Mannschaft von Trainer Ulrich Adami hat sich am Samstag eine glänzende Ausgangsposition im Kampf um die beiden Aufstiegsplätze verschafft, indem sie beim ersten Verfolger TV Neerstedt souverän mit 28:22 (16:9) gewann. Der Dritte hat nun neun Minuspunkte mehr als der ETB angehäuft. Der Elsflether direkten Rückkehr in die Oberliga steht nun (fast) nichts mehr im Wege.

„Um ehrlich zu sein, habe ich mit etwas mehr Gegenwehr gerechnet. Eigentlich war das Spiel schon nach zehn Minuten entschieden“, sagte Adami. Zu diesem Zeitpunkt führte seine Mannschaft schon mit 7:2.

Erstaunlich, denn drei Spieler sind erst kurz vor Spielbeginn aus dem Urlaub oder von Fortbildungsmaßnahmen zurückgekehrt. „Aber wir waren von Anfang an konzentriert, haben hinten nichts anbrennen lassen“, sagte Adami. Teilweise hätten es die Neerstedter schwer gehabt, überhaupt zu einem Wurf zu kommen. Da darf auch nicht die Entschuldigung gelten, dass der TVN auf seinen gesperrten Top-Torschützen Mario Reiser verzichten musste, auch wenn Adami zugesteht: „Man hat schon gemerkt, dass er fehlte.“

Adami ließ früh rotieren, gab allen Spielern massig Einsatzzeit. Gefahr drohte nicht. „Von Neerstedt kam wenig“, meinte der Elsflether Coach. Daher waren die Elsflether auch trotz aller Wechsel in der Lage, den Vorsprung kontinuierlich auszubauen. Zur Pause lag der ETB mit sieben Toren vorne, in der 46. Minute (22:13) betrug die Differenz sogar neun Treffer.

Erst in der Schlussviertelstunde ging die Konzentration ein wenig flöten. „Das ist bei einem großen Vorsprung aber auch nicht so schlimm“, sagte ein nachsichtiger Adami, der Torhüter Matthias Wagenaar seine ersten 15 Minuten Verbandsliga-Luft verschaffte. Adami: „Er hat seine Sache gut gemacht.“

So ganz ist der Elsflether Coach aber noch nicht gewillt, Glückwünsche zum Aufstieg entgegenzunehmen. „Wir haben noch acht Spiele vor uns, und bei unserer Niederlage gegen den damaligen Letzten SG Achim/Baden II haben wir gesehen, dass man gegen jeden verlieren kann“, sagte er. Insgeheim hofft er aber, dass die Sache durch ist. „Es sieht ganz gut aus mit dem Aufstieg“, sagte Adami.

ETB: Völkers, Wagenaar – Zindler (5), Rußler (5), Santen (4), von Lien (4/2), Doormann (3), Oberegger (3), Pape (2), Wille (1), Rambau (1), van Dreumel, Bolte.

Stationen: 1:5 (7.), 4:10 (18.), 9:16 (30.), 12:19 (41.), 15:23 (50.), 22:28 (60.).