NEERSTEDT - Die Regionalliga-Handballer des TV Neerstedt übernehmen die Rolle des Premierengastes. An diesem Sonnabend wird ab 19.30 Uhr in der Sparkassenarena an der Emder Straße in Aurich zum ersten Mal ein Punktspiel ausgetragen. Am 1. Mai war die Mehrzweckhalle eröffnet worden, die bei Sportveranstaltungen bis zu 1600 Zuschauer fasst. Sie ist die Heimspielstätte des OHV Aurich, der in der vergangenen Saison noch in der zweiten Bundesliga antrat.

Der Träger des Zweitliga-Handballs in Aurich meldete im Verlauf der vergangenen Saison Insolvenz an. Da die Mannschaft am Ende aber einen Regelabstiegsplatz belegte, konnte sie den „Neuanfang“ in der Regionalliga starteten. Einige der Leistungsträger der vergangenen Saison haben den OHV verlassen, darunter die Haupttorschützen Ivo Warnecke (zum Wilhelmshavener HV) und Dzianis Maksimovich (HSG Barnstorf/Diepholz). Dem Verein gelang es aber, einige Spieler zu halten, so dass das Gerüst des Teams aus zweitligaerfahrenen Akteuren besteht. Einer von ihnen ist der 25-jährige belgische Nationaltorwart Jens Lievens. Auch Dusko Bilanovic ist in Aurich geblieben. Der 38-jährige Linkshänder, der unter anderem für die HSG Wetzlar und den Wilhelmshavener HV in der ersten Liga aktiv war, hat sogar zusätzliche Aufgaben übernommen. Mit Eric Hettmann bildet der Rückraumspieler das Trainergespann des OHV. Es übernahm das Traineramt von Wolfgang Ladwig, der bis zu seinem Rücktritt im Juni Trainer,

Manager und OHV-Vorsitzender war.

Bilanovic (5) gehörte beim 26:25-Sieg der Auricher bei der HSG Wolfen am vergangenen Wochenende zu den besten Werfern. „Dieser Erfolg wird die Mannschaft psychologisch nach vorne gebracht haben“, sagt Neerstedts Trainer Dag Rieken über den Konkurrenten. „Das ist wieder eine Mannschaft, die physisch stärker ist als wir.“ Das und die Tatsache, dass der TVN nach seinem 35:30-Erfolg über den TSV Bremervörde wohl nicht auf einen Überraschungseffekt setzen kann, führen den TVN-Trainer zur Einschätzung, dass seine Spieler „ohne Druck aufspielen können“. Der erfolgreiche Saisonstart hat natürlich auch in Neerstedt für gute Laune gesorgt. Gegen Ende der Woche sei den Spielern aber auch anzumerken gewesen, dass die Anspannung angesichts der bevorstehenden schweren Aufgabe wieder größer wurde, erzählt Rieken.

Um beim OHV bestehen zu können, müsse seine Mannschaft dort weitermachen, wo sie gegen Bremervörde aufgehört hat. „Entscheidend wird natürlich sein, wie wir in der Abwehr stehen, wie wir uns dort motivieren können“, erklärt Rieken. Nur über eine funktionierende Abwehr können die Ballgewinne erzielt werden, die der TVN benötigt, um seine Stärke, das Konterspiel, auszuspielen. „Wir müssen aber auch gucken, dass wir aus dem gebunden Spiel etwas machen“, fügt Rieken hinzu. Er hofft, dass er „mit derselben Truppe antreten kann wie gegen Bremervörde“. Grund für seine Sorge ist das krankheitsbedingte Fehlen von Malte Grotelüschen in den Trainingseinheiten der zurückliegenden Woche. Am Donnerstag fehlte auch Thomas Schütmann (Erkältung). Carsten Brinkmann plagen Rückenprobleme.