NEERSTEDT - Ein großes, grün-weißes Knäuel tanzte am Sonnabendabend durch die Halle am Schul- und Sportzentrum in Neerstedt. Von deren fast voll besetzter Tribüne applaudierten die begeisterten Zuschauer im Stehen. Alle zusammen feierten einen 44:25 (22:15)-Kantersieg der Oberliga-Handballer des TV Neerstedt über den TvdH Oldenburg. „Wir wollten das erste Spiel der Rückrunde unbedingt gewinnen. Das haben wir geschafft“, sagte TVN-Akteur Tim Schulenberg, der das Team nach der Trennung von Bernd Franke als Spielertrainer geführt hatte. Die Betreuung von der Bank aus übernahmen Werner Lenzschau und Markus Rasche. „Dafür ist ihnen die Mannschaft sehr dankbar“, so Schulenberg.

25 Minuten lang hatte allerdings nichts darauf hin gedeutet, dass die Neerstedter einen derart hohen Sieg feiern würden. Es lief eher wie in den zurückliegenden Spielen gegen die Oldenburger, in denen sich der TVN schwer getan hatte. Die Gäste begannen mit einer sehr offensiven 3-2-1-Abwehr. Auf jeder Position empfingen sie ihren Neerstedter Gegenspieler spätestens an der Neunmeterlinie. Das Vorhaben, die TVN-Spielzüge so schon in der Entstehung zu beenden, setzten sie gut in die Tat um. Hinzu kam, dass TvdH-Torwart Jan-Dirk Alfs glänzend in die Partie startete und mit einigen Glanzparaden klare Chancen des TVN vereitelte.

Probleme hatten die Neerstedter zunächst auch mit dem Angriffsspiel ihrer Gäste. Die verschleppten das Tempo ein wenig und warteten auf Lücken in der 6:0-Abwehrformation, um ihre Kreisläufer anzuspielen. Davon fanden sie viele, weil sich die Neerstedter zu oft zu weit nach vorn orientierten. Bis zur 24. Minute (15:14) verlief die Partie ausgeglichen.

Abwehr steigert sich

Ein paar Schritte zurück, brachten dem TVN dann den entscheidenden Vorteil. In der Abwehr agierte das Team fortan defensiver, war so geschlossener und nahm dem TvdH seine Stärke, das Spiel über den Kreis. „Wir waren im Rückraum nicht durchschlagskräftig genug“, erklärte TvdH-Trainer Ralf Hafemann, warum sein Team aus dem Tritt geriet. Die Neerstedter kamen endlich zu den Ballgewinnen, die sie brauchen, um ihr starkes Konterspiel aufzuziehen. So warfen sie sich in den letzten fünf Minuten vor der Pause noch den wohl schon entscheidenden 22:15-Vorsprung heraus.

„Unser Problem war die Abwehr. Eigentlich haben wir das erst in der zweiten Halbzeit in den Griff bekommen“, erklärte Schulenberg. Und wie. Die Defensive, hinter der Torwart Maik Haverkamp eine starke Leistung bot, ließ sich kaum noch überwinden. In der Abwehr holte sich der TVN Selbstbewusstsein, im Angriff spielte er es aus. Mit dynamischen Einzelaktionen und tollen Kombinationen nahm er die TvdH-Abwehr auseinander. In der 42. Minute waren die letzten Zweifel am Sieg beseitigt (29:19). Gegen ein Oldenburger Team, das sich aufgab, hatten die Neerstedter dann keine Mühe, noch etwas Gutes für ihr Torverhältnis zu tun.