NEERSTEDT - Die Ausgangslage ist schnell beschrieben. „Wir sind der klare Außenseiter“, sagt Dag Rieken, Trainer der Regionalliga-Handballer des TV Neerstedt. Seine Mannschaft (13:27 Punkte) tritt an diesem Sonnabend, 18 Uhr, als Tabellen-13. bei den Handballfreunden (HF) Springe an. Diese weisen 24:16 Punkte auf, mit denen sie sich auf dem fünften Rang wiederfinden. Die Springer haben noch Kontakt zum Spitzenreiter Jahn Duderstadt (28:12).

In der Tat, die Rollenverteilung ist eindeutig. Der TVN hat nichts zu verlieren, kann also munter drauflosspielen. Ganz so einfach ist es, dann aber eben doch nicht. „Wichtig ist die Einstellung. Es gilt, die nötige Lockerheit zu bewahren, aber trotzdem voll konzentriert zu sein“, sagt Rieken. Dieses Maß zu finden, ist schwer. Gelingt dies nicht, könnte sich das böse rächen. Die Gastgeber werden zu große Sorglosigkeit zu ihren Gunsten nutzen. „Springe stellt viele gute Einzelspieler“, bestätigt Rieken. Aus dem ausgeglichen gut besetzten HF-Kader ragen der zweifache Olympiasieger Wjatscheslaw Gorpishin, der zweitligaerfahrene Rückraumspieler Daniel Deutsch und der ebenfalls schon in der zweiten Liga aktive Torwart Marco Stange sowie der technisch starke Regisseur Milan Djuric ein wenig heraus. Die größte Stärke der Springer ist aber, dass sie sowohl in der Abwehr als auch im Angriff als Mannschaft funktionieren. Das bekamen die Neerstedter im Hinspiel, das sie im vergangenen

Oktober mit 29:37 (13:21) verloren, deutlich zu spüren. In dieser Partie fehlte sogar einer der herausragenden Akteure der HF. Spielertrainer Sven Lakenmacher, 53-facher deutscher Nationalspieler, war für zwei Spiele gesperrt. Mit 129/36 Treffern führt der Linksaußen dennoch gemeinsam mit Deutsch die mannschaftsinterne Torschützenliste an. In der Rangfolge der erfolgreichsten Werfer der Liga rangieren die beiden auf dem fünften Platz.

Rieken denkt dann auch zunächst über seine Abwehr nach, um einen Weg zu finden den HF Paroli zu bieten. „Wir müssen im Kopf variabel sein, um unterschiedliche Deckungssysteme spielen zu können“, beschreibt er, was er von seinen Spielern erwartet. Der TVN-Trainer kann allerdings nicht alle einsetzen. Malte Kruse muss aus beruflichen Gründen passen. Tobias Schenk fällt wegen einer Fuß-Verletzung weiterhin aus.

„Das Spiel wird eine ganz schwere Aufgabe“, bilanziert Rieken vor dem ersten von drei Vergleichen mit Teams, die noch Chancen auf Meisterschaft und Zweitliga-Aufstieg haben. Es folgen am Sonnabend, 20. Februar, 19.30 Uhr, das Heimspiel gegen den Vierten, den VfL Fredenbeck, und am Sonnabend, 27. Februar, 18 Uhr, das Gastspiel beim Spitzenreiter in Duderstadt.