Neerstedt - Die Handballerinnen des TV Neerstedt II können die Meisterschaftsfeier so langsam planen. Nach einem 31:25-Erfolg im Landkreis-Derby bei der Turnerschaft Hoykenkamp steht das Team um Trainerin Cordula Schröder-Brockshus weiterhin unangefochten an der Tabellenspitze der Regionsoberliga. Und da die unmittelbare Konkurrenz von der HSG Blexer TB/SV Nordenham, dem Tvd Haarentor und dem VfL Rastede immer mal wieder schwächelt, müsste schon Außergewöhnliches passieren, um den Aufstieg der Neerstedterinnen in die Landesklasse jetzt noch zu verhindern.

14Siege hat der TVN in seinen 16 Saisonspielen verbuchen können. Zwei Unentschieden gesellen sich dazu, verloren hat das Team noch gar nicht. „Wir haben uns den Aufstieg vor der Saison fest vorgenommen, also kommt das alles nicht völlig überraschend“, sagt Schröder-Brockshus. Einige Neuzugänge sowie reaktivierte Spielerinnen hätten den TVN-Kader sowohl breiter aufgestellt als auch qualitativ aufgewertet, so die Trainerin. Daher sei ihr Team „voll im Soll“. Nicht mehr, nicht weniger.

476Tore der Angriffsreihe sind ligaweit der Topwert. Der TVN fängt meist klassisch in einer „5:1-Formation“ an, also mit einer Kreisläuferin. „Wir haben keine ,Shooterin’ in unseren Reihen und bringen daher durch verschiedene Auftaktsituationen Bewegung ins Spiel“, sagt Schröder-Brockshus. Dadurch stünden die gegnerischen Deckungsreihen oft vor Problemen. Eine weitere Stärke: das Tempospiel. „Das machen wir sehr gut. Ob erste oder zweite Welle“, lobt die Trainerin und fügt hinzu: „Ohne dabei überheblich klingen zu wollen, in dieser Hinsicht sind wir auch viel routinierter als die meisten Konkurrenten.“

368Gegentore musste der TVN in den 16 Spielen schlucken. Das bedeutet Platz zwei in der Regionsoberliga. Haarentor steht defensiv deutlich besser und hat immerhin 40 Treffer weniger kassiert. Den Grund dafür hat Schröder-Brockshus längst erkannt: „Das ist klar dem Fakt geschuldet, dass wir zu ungeduldig sind. Wir müssten die Angriffe des Gegners geduldiger abwarten.“ Stattdessen sei ihr Team darauf bedacht, den Ball zu erobern und laufe hier und da „ins offene Messer“. In der Regel verteidigt Neerstedt II in einer „6:0-Deckung“, probiert es aber auch schon mal mit einer „5:1“- oder „3:2:1-Variante“. Die Trainerin: „Natürlich hängt das auch ein wenig vom Gegner ab.“

64Treffer hat im bisherigen Saisonverlauf Miriam Pundsack für den TVN erzielt. Damit ist sie die Neerstedter Nummer eins, was die Tore angeht. Ligaweit aber bedeutet diese Zahl nur Rang 15. Sarah Oehlerking (43 Treffer) und Melanie Ahrens (42) liegen als nächst platzierte Spielerinnen des TVN erst auf den Rängen 39 und 40. Für Schröder-Brockshus kommt das gar nicht überraschend. „Wir haben eine unheimliche Breite im Kader“, sagt sie, „und bleiben für unsere Gegner daher unberechenbar.“ Bis Platz 67 folgen tatsächlich sieben weitere Akteurinnen des TVN.

5Punkte Vorsprung hat der Verein auf die Blexer, die aktuellen Zweiten. „Vier Siege in den sechs Spielen würden reichen, um die Meisterschaft zu feiern“, sagt die 26-jährige Trainerin. Am 21. März könnte ausgerechnet bei der HSG im Blexer „Luisenhof“ der Deckel draufgemacht werden. „Dort zu gewinnen, ist aber alles andere als einfach“, weiß Schröder-Brockshus allzu genau.

33ist bei den Handballerinnen des TV Neerstedt II das neue 30. „Wer den Handball kennt, weiß sicher, dass man eine Kiste Bier ausgeben muss, wenn man das 30. Tor in einem Spiel wirft“, lacht die Trainerin, „zuletzt wollte keine mehr die 30 vollmachen.“ Und so wurde diese Zahl etwas korrigiert. „Ab sofort zahlt die Kiste, wer den 33. Treffer erzielt.“