Chemnitz - In einem echten Herzschlagfinale haben die EWE Baskets OIdenburg ihren Negativlauf beendet. Nach zuletzt vier Niederlagen in Serie setzte sich die Mannschaft von Trainer Pedro Calles am Samstagabend denkbar knapp mit 91:89 (47:50) bei den Niners Chemnitz durch. Die Hausherren hatten mit dem letzten Wurf in einer wilden Schlusssequenz den Sieg auf der Hand – vergaben den Versuch allerdings. DeWayne Russell war mit 27 Punkten und zehn Assists Oldenburgs auffälligster Akteur. Tanner Leissner kehrte nach wochenlanger Pause (Rückenprobleme) in den Kader zurück.
„Wir haben mit viel Energie gespielt. Wir haben gut gereboundet“, sagte Kenneth Ogbe nach dem Spiel: „Am Ende haben Kleinigkeiten das Spiel entschieden.“
Durch die Rückkehr von Leissner haben die Baskets wieder acht einsatzfähige Ausländer im Kader – nur sechs Importspieler dürfen jedoch an einem Spieltag eingesetzt werden. So mussten MaCio Teague und der nachverpflichtete Shakur Juiston in Chemnitz von der Tribüne aus zuschauen.
Zähe Partie
Vor 3704 Zuschauern in der Messehalle machten beide Teams von Beginn an viel Betrieb. Nach einem 0:3-Start der Oldenburger fingen auch die Gastgeber an zu punkten und übernahmen zunehmend die Initiative. Oldenburg gelang aus dem Feld nicht so viel, weil die Niners auch extrem aggressiv verteidigten. Das Calles-Team lief in der Folge einem Rückstand hinterher, der zu Viertelpause sieben Punkte betrug (19:26).
In den zweiten zehn Minuten machten die Chemnitzer weiter Druck. Mit dem Ganzfeldpressing, das Trainer Rodrigo Pastore immer wieder spielen ließ, kamen die Gäste nur bedingt zurecht. Calles tigerte die Seitenlinie kopfschüttelnd auf und ab – der Baskets-Coach war nicht zufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft. Doch die Oldenburger hielten trotz der Schwierigkeiten im Spiel den Anschluss. Es war eine zähe Partie, mit viel Kampf und wenig spielerischen Höhepunkten. Die Baskets lagen zur Halbzeitpause mit drei Zählern hinten (47:50).
Chemnitz vergibt Siegchance
Die Gäste läuteten die zweite Hälfte gleich einmal mit einem erfolgreichen Dreier zum Ausgleich ein, doch die Chemnitzer antworteten postwendend mit drei Zählern zur erneuten Führung. Anschließend blieb die Begegnung eng, mit leichten Vorteilen für die Niners. Mit einem 70:70 gingen beiden Teams ins Schlussviertel.
Nach zwei Minuten lagen die Gäste mit fünf Punkten hinten und mussten dann auch noch auf Alen Pjanic verzichten. Der Flügelspieler krachte nach einem Blockversuch aus großer Höhe und mit viel Tempo böse mit dem Unterarm auf den Hallenboden, blieb lange liegen und musste das Feld verlassen. Der Arm des 26-Jährigen wurde mit einer Schlinge gestützt.
Nach dem Horror-Sturz von Pjanic brauchten die Oldenburger etwas, um wieder in die Partie zu finden. Die Baskets kamen in der Folge auf drei Punkte heran (83:86/26. Minute). Zwei Minuten vor Schluss übernahmen die Oldenburger angeführt von Russell die knappe Führung (88:86). Zwölf Sekunden vor Ende Partie führten die Baskets weiter mit zwei Punkten. Die Hausherren bekamen mit dem letzten Angriff noch die Chance auf den Sieg und vergaben mit der Schlusssirene den letzten Wurf – Oldenburg beendete in einem Herzschlagfinale seine Negativserie.
