Apen - Bereits in die dritte Runde der deutsch-polnischen Freundschaft geht es vom 14. bis zum 19. September für die 24 Schüler der 10a der Oberschule Augustfehn und ihren Klassenlehrer Ingo Zach. Schon im Vorjahr fuhren die Schüler in Apens polnische Partnergemeinde Gizalki. Zurück in Deutschland gründeten sie den Verein „5 plus 5“, der Jugendbegegnungen zwischen deutschen und polnischen Jugendlichen möglich macht. Auch hier fand bereits ein Treffen statt, bei dem fünf polnische Jugendliche nach Deutschland kamen.
In der nächsten Woche geht es also für alle Beteiligten nach Karpacz im Riesengebirge. Den insgesamt knapp 50 Jugendlichen und ihren Betreuern steht ein ganzes Hotel zur Verfügung. „Wir treffen uns an einem für uns beide unbekannten Ort, weil wir glauben, dass wir dort eine starke Gemeinschaft bilden können“, erklären die Schüler. Sie wollen versuchen, gemeinsam „eine Sprache zu finden“, auch wenn keiner von ihnen polnisch spreche.
Zusammen werden sie unter anderem eine Führung mit einem Ranger durch den Nationalpark Riesengebirge machen, einen ökumenischen Gottesdienst in der Holzkirche in Wang feiern und das ehemalige Konzentrationslager Groß-Rosen besuchen.
„Ich denke, dass der Besuch im Konzentrationslager der emotionalste Teil der Reise sein wird. Es wird spannend zu sehen, was der Besuch im KZ mit uns macht und wie das unsere Beziehung zu den polnischen Jugendlichen verändert“, sagt Celina über ihre Erwartungen an die Reise. Aus den vorangegangenen Treffen kennen sich einige der Jugendlichen bereits. „Ich schreibe öfter mit Polen. Da haben sich schon Freundschaften entwickelt“, erzählt Lea, die auch an dem Austausch teilnehmen wird.
Darauf hofft auch ihr Lehrer Ingo Zach: „Ich wünsche den Jugendlichen, dass sie ganz offen an das Treffen herangehen und vielleicht neue Freunde finden. Jemand, der in einem Land wohnt, kann schließlich einen völlig anderen Blickwinkel eröffnen, als es in den Touristenorten möglich ist.“ Besonders von dem Besuch im KZ erhofft er sich viel. „Die Schüler haben die Möglichkeit, selbst einen Standpunkt zum Thema zu entwickeln. Im Grunde sind die Voraussetzungen für die deutschen und polnischen Jugendlichen gleich: Beide haben damit nichts zu tun. Trotzdem wird es spannend zu sehen, wie sie damit umgehen“, meint der Pädagoge.
