NEUENBURG - Seit 2007 arbeiten sie unermüdlich: Jeden Vormittag treffen sich vier bis fünf Mitglieder des Heimatvereins Neuenburg am Harms-Haus an der Westersteder Straße in Neuenburg, in Nähe des Dörpsplatzes. Ihr Ziel ist es, das Haus original im alten Stil wieder herzurichten. Es soll zu einem Ort der Begegnung werden – mit Platz für Ausstellungen, Vereinstreffen und mehr. „Im Herbst wird es fertig“, meinen Konrad Cimander und Bernhard Langerenken. Am Dienstag haben Mitarbeiter der Tischlerei Speckels schon neue Fenster eingesetzt.
Altes Ständerwerk
Das Haus, das erstmalig 1768 urkundlich bekannt wurde, hat der Heimatverein Neuenburg einschließlich etwa 1000 Quadratmetern Grundstück 2008 von Fritz Harms und seiner Ehefrau Lisa erworben. Vieles ist inzwischen geschafft: Das komplette Gebäude musste entkernt werden. „Nur das alte Ständerwerk steht noch“, so Cimander. Doch zum Teil mussten auch beim Ständerwerk Balken erneuert werden.
Die Wände sind neu aufgemauert, das Dach mit alten Pfannen und Strohdocken komplett neu aufgebaut. Auch im vergangenen Winter, bei Außentemperaturen von zum Teil weit unter 0 Grad Celsius, haben die Männer durchgearbeitet. Als Heizquelle diente ein Ofen im Innenraum, der für die Bauzeit aufgestellt wurde.
Mit dem Einbau der neuen Fenster – ebenfalls erstellt nach altem Vorbild – ist nun ein weiterer großer Schritt vollzogen. „Nächste Arbeit ist das Verputzen“, sagte Cimander. Als letzter großer Arbeitsschritt steht dann der Estrich an – nebst vielen anderen kleineren, die das Team alle selbst verrichtet. Cimander und Günter Bohlen, ebenfalls Maurer im Ruhestand, haben dabei das Sagen. Weitere Mitstreiter sind Herbert Jäkel, Heinz Sommer, Hartmut Jost und Bernhard Langerenken, mit 59 Jahren das „Küken“ im Team, wie Cimander meinte. Alle anderen sind älter als 70 Jahre.
Eingespieltes Team
„Wir sind ein eingespieltes Team“, bekräftigte Cimander, „das muss auch passen, man muss sich schon verstehen.“ Täglich bekommt das Team auf der Baustelle Besuch von Lisa Harms: Sie versorgt die Männer bereits seit Sommer 2007, seit Baubeginn, jeden Vormittag mit einem zweiten Frühstück.
Unterstützung für sein Projekt Harms-Haus erhält der Heimatverein Neuenburg durch viele öffentliche Spendengelder. Doch die Verwirklichung ist vor allem der ehrenamtlichen Arbeit der Mitglieder zu verdanken.
