NEUENLANDE - Der Motor knattert laut, die Räder drehen auf dem sandigen Untergrund durch, nur langsam setzt sich der kleine Trecker in Bewegung. Hinter sich her zieht er einen Bremswagen, mehr als doppelt so lang wie das kleine Fahrzeug vorne dran, und sicher dreimal so schwer. Dieses Spektakel gibt es an Pfingsten, Sonnabend und Sonntag, 22. und 23. Mai, zwischen Ganderkesee und Berne an der B 212 zu bestaunen. Das „Team Mellie“ veranstaltet zum zweiten Mal ein Gardenpulling.
Der Unterschied zwischen Gardenpulling und dem Traktorpulling sind die Größe und Kraft der Zugmaschinen. „Bei uns kommen die stärksten Maschinen immerhin auch schon auf bis zu 450 PS, doch im Vergleich zu den ganz großen Maschinen ist das natürlich noch wenig. Dafür sind die Gewichte im Gardenpulling aber auch leichter“, erklärt Dietmar Meyer, zuständig für die Technik. „Wenn was nicht stimmt an unseren Zugmaschinen, dann muss er ran“, sagt Frieda Meyer mit einem Schmunzeln auf den Lippen. Ihrem Mann macht das nichts aus. Der Kraftfahrzeugmechaniker kennt sich aus mit der Materie.
Doch nicht nur dafür ist er zuständig. Dietmar Meyer fährt auch den Bremswagen, quasi das Gewicht, was hinter die Trecker geschnallt wird. Warum das gefahren wird, wenn es doch gezogen werden soll, mag man sich fragen: „Das Gewicht muss ja zurückgefahren werden. Außerdem ist es für die Sicherheit wichtig, dass der Traktor auch zum Stehen kommen kann, dafür gibt es eine Notleine, die vom Gewicht aus betätigt werden kann“, erklärt er.
Beim Gardenpulling geht es darum, das Gewicht möglichst weit zu ziehen. „Dabei kommt es auf die Kraft des Treckers an, aber auch auf die Taktik“, sagt Marcel Bruns, der bereits Europameister mit „Big Mellie“, einer der zwei Zugmaschinen des „Team Mellie“, war.
Die Besucher des Spektakels erwartet im Mai auf jeden Fall einiges: am Sonnabend die Oldtimer-Trecker-Klasse bis 35 PS. Danach können sich Männer und Frauen dann im „human-pulling“ messen. Dazu versuchen Gruppen, den Bremswagen über die Strecke zu ziehen. „Das geht ordentlich in die Beine“, weiß Uwe Wirtelewski, der am kommenden Sonnabend das erste Mal bei einem Wettbewerb an den Start gehen wird. „Bisher bin ich nur auf dem Hof gefahren, und das hat schon tierisch viel Spaß gemacht. Ist man einmal dabei, kommt man gar nicht wieder weg“, sagt er.
