Wildeshausen - Ute Dietz ist begeistert: Sie saust mit der Seilbahn die Rampe hinunter, krabbelt durch eine gut zwölf Meter lange Röhre und läuft die 22 Stufen einer Treppe hinauf und hinunter. „Wir brauchen etwas, was die Kinder reizt“, sagt die Leiterin der Turnabteilung beim VfL Wittekind Wildeshausen. „Das ist genau das Richtige.“

Auf einem gut acht Hektar großen Areal, unmittelbar neben der Halle des Rämmi-Dämmi-Kinderlandes im Wildeshauser Krandel, entsteht ein Sportgelände, das in der Region seinesgleichen sucht. Auf einer 70 mal 25 Meter großen Sandfläche gibt es künftig jeweils zwei Felder für Beachhandball, -volleyball und -fußball. Die Pfosten für die Netze lassen sich im Boden versenken. Uwe Kricke, Platzwart, hat eine Fertiggarage zum Materiallager umgebaut. Dort liegen bereits rote Spielfeldbegrenzungen und Gartengeräte im Regal.

Außerdem legt der VfL auf dem Areal eine große Rasenfläche an. Dort können die Jüngsten Fußball spielen, die Kinder der Turnabteilung üben oder Reha-Sportgruppen trainieren. Die Fläche sei aber auch für Spielfeste geeignet, sagt Wolfgang Sasse, Vorsitzender des VfL Wittekind. Für diverse Veranstaltungen liegen bereits Strom- und Datenkabel im Erdreich. Auch Flutlichtmasten stehen schon. Natürlich wurde ebenso an Beregnungs- und Fußwaschanlagen gedacht.

Im Westteil des Geländes baut der VfL eine Art Abenteuerspielplatz. Die Seilbahn ist aufgebaut. In Kürze folgen Karussell und Balancierbalken. Außerdem werden Pfosten in den Boden eingelassen, um dort die Slacklines – dicke Gummibänder zum Balancieren – zu befestigen. Es geht aber nicht allein um Trendsportarten. Ein großer Hügel lädt zum Toben ein. „In Kürze säen wir den Rasen ein“, erklärt Friedhard Brunken, Projektleiter bei der Firma Scheele Erdbau. Aufgrund der Witterungslage liege man vier Wochen hinter dem Zeitplan. Der Starkregen hatte einen Teil des Kletterberges abgetragen. Am Donnerstag starteten die Pflasterarbeiten.

Insgesamt 14 Beachanlagen sind unter der Regie Sasses, der zehn Jahre lang ­Beachhandball-Referent des Handballbundes (DHB) war, entstanden. „Was wir woanders falsch gemacht haben, ist hier richtig gemacht worden“, betont er. Nichts werde dem Zufall überlassen. Die Anlage soll „Stück für Stück“ entwickelt werden. Für den ersten Bauabschnitt rechnet Sasse mit Kosten von rund 82 000 Euro netto. Die Finanzierung teilen sich VfL, Kreissportbund, Landkreis und die Stadt.

Das Gelände wird durch einen Zaun gesichert. Die Abteilungen des VfL, aber auch Schulen und andere Vereine erhalten über ein Schließsystem Zugang. Zudem werde eine feste Aufsicht installiert. „Wir hoffen, die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen zu können“, erklärt Sasse. Und Ute Dietz ergänzt, mit Blick auf den Nachwuchs: „Wir werden hier eine Menge Spaß haben!“

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent