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NWZonline.de Sport

Neureuther verpasst knapp Weltcup-Sieg

15.12.2014

Åre 50 Tage vor der alpinen Ski-WM zuckte Felix Neureuther nach dem unglücklich verpassten zehnten Weltcup-Sieg seiner Karriere nur kurz mit den Schultern. Platz eins aus dem ersten Durchgang musste er beim Slalom im schwedischen Åre am Sonntag noch an seinen österreichischen Dauerrivalen Marcel Hirscher abgeben. Mit Tagesrang zwei, zugleich dem zweiten Podestplatz des WM-Winters, gab sich Neureuther an einem „Supertag“ aber zufrieden: „Der zweite Platz ist super, weil ich nicht viel Slalom trainieren konnte. Aber klar: Wenn man nach dem ersten Durchgang führt, will man am Ende oben stehen.“

Dritter wurde der starke Russe Alexander Choroschilow; Fritz Dopfer verbesserte sich im zweiten Lauf noch von Platz zehn auf Rang sieben und hatte Anteil daran, dass DSV-Alpinchef Wolfgang Maier das Gesamtergebnis der Männer in Åre auch mit Blick auf Riesenslalom-Platz drei durch Stefan Luitz und vier durch Dopfer vom Freitag als „absolut top“ bezeichnete. Weniger berauschend war dagegen die Damen-Ausbeute im Slalom am Samstag: Rang 19 von Barbara Wirth blieb beim Heimsieg von Maria Pietilä-Holmner noch das beste Resultat aus Sicht des Deutschen Skiverbandes (DSV). „Wir haben da noch viel Arbeit vor uns“, konstatierte Maier, der die Performance von Neureuther als „absolute Spitzenleistung“ wertete.

Mit einem Sieg hätte der Bayer sich sogar zum erfolgreichsten deutschen Skifahrer in der Weltcup-Historie küren können - noch ist Neureuther mit neun Siegen gleichauf mit Markus Wasmeier. Noch am Freitag beim Aus im Riesenslalom waren die Rückenprobleme des deutschen Skistars durch einen Fahrfehler wieder schlimmer geworden, doch schon beim bärenstarken ersten Durchgang war davon nichts zu sehen. „Ich brauche nicht viel, um gleich mal wieder relativ schnell zu sein“, erklärte Neureuther. „Wenn ich am Start stehe, fühl“ ich mich auch ok.“ Der Rücken solle dann nie als Ausrede herhalten.

Auch nicht die wenigen Übungsfahrten in seiner Spezialdisziplin - ganze sechs Trainingstage hat Neureuther seit dem Sommer absolviert. Im Vergleich zur Konkurrenz sind die etwa 30 Fahrten lächerlich wenig. Für Spitzenplätze reicht es dennoch. „Ich weiß nicht, was die anderen über mich denken. Das ist mir auch relativ wurscht“, sagte Neureuther lachend.

Effektiv sind die Einheiten auch deshalb, weil Neureuther inzwischen Teil eines immer stärker werdenden Technik-Teams ist und gute Vergleichszeiten hat. Für Dopfer sind Top-Ten-Ergebnisse inzwischen die Regel. Am Freitag war er im Riesenslalom als Vierter nicht einmal bester Deutscher: Luitz durfte als Dritter zum dritten Mal in seiner Karriere auf das Podest und erfüllte damit auch die verbandsinterne Qualifikations-Norm für die WM im Februar. Neureuther und Dopfer sind bei den Herren ebenso qualifiziert, Philipp Schmid, der am Sonntag nicht ins Finale kam, und Speedfahrer Josef Ferstl haben die halbe Norm.

Bei den Frauen dagegen ist Viktoria Rebensburg noch immer die einzige, die die Vorgaben des DSV erfüllt hat. Bei den Weltmeisterschaften in Colorado soll die 25-Jährige aber auf keinen Fall die einzige deutsche Skirennfahrerin sein. „Das wäre völlig undarstellbar. Wir fahren auf jeden Fall im Team. Ich gehe davon aus, dass die ein oder andere die Norm noch fahren wird“, sagte Maier.

Schon Wirths 19. Rang war deutlich von einem Platz in den Top 15 entfernt, der zumindest die halbe verbandsinterne Norm gesichert hätte. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ewig so weiter geht“, betonte Maier. Er habe zuletzt oft im Training zusehen können. „Die sind nicht so schlecht gefahren, wie sie sich im Rennen präsentiert haben.“ Hinter Tagessiegerin Pietilä-Holmner wurde die Slowenin Tina Maze Zweite, auf Platz drei folgte bei bitterkalten Temperaturen die Schwedin Frida Hansdotter an ihrem 29. Geburtstag.

Drei Chancen im Slalom und eine im Riesenslalom bleiben noch für die deutschen Technik-Frauen. Mit Blick auf das Team-Event bei den Titelkämpfen kündigte Maier an, er werde notfalls eine der ganz jungen Fahrerinnen auch ohne erfüllte Norm mitnehmen. Für einen Start braucht es zwei Damen und zwei Herren.

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