NEUSS/GöTEBORG - Schweden trauert um Box-Idol Ingemar „Ingo“ Johansson. „Der Größte von allen ist gegangen“, vermeldete der schwedische Boxverband. Der einzige Schwergewichts-Profiweltmeister der Skandinavier starb am Freitag kurz vor Mitternacht in seinem Haus in Kungsbacka auf der südschwedischen Halbinsel Onsala. Johansson wurde 76 Jahre alt – er litt seit Jahren an Alzheimer.

Mit einer krachenden Rechten hatte der damals 26-Jährige am 29. Juni 1959 im New Yorker Madison Square Garden gegen den haushohen Favoriten Floyd Patterson (USA) für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Nach sieben Niederschlägen brach der Ringrichter den WM-Fight gegen den völlig überrumpelten Titelverteidiger in der dritten Runde ab – Johansson war Weltmeister aller Klassen und sorgte in der Heimat für wahre Jubelstürme.

„Er hat in dieser Sommernacht 1959 eine ganze Nation in seinen Bann gezogen. Er ist Schwedens größter Boxer aller Zeiten“, würdigte Schwedens Kulturministerin Lena Adeksohn Liljeroth die Box-Legende. Johansson wird bei der schwedischen Sportakademie als drittbester einheimischer Athlet des vergangenen Jahrhunderts nach Tennisstar Björn Borg und Ski-Idol Ingmar Stenmark eingestuft.

Johanssons Karriereende begann am 20. Juni 1960, als er den Patterson-Rückkampf durch K.o. verlor. 1963 beendete der Schwede seine Karriere. 2002 wurde er in die Hall of Fame aufgenommen. Insgesamt wurden für den Linksausleger in 28 Profikämpfen 26 Siege, davon 17 durch K.o., notiert.