Nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Eishockey-Regionalliga Nord mit dem ECW Sande durch den 7:4-Erfolg am Freitagabend in Adendorf und der Meisterfeier am Sonntag mit 200 Haie-Fans blickt Nick Hurbanek auf die Saison zurück. Zudem verrät der Trainer, was der Verein sich für die Zukunft vorgenommen hat.

Hand aufs Herz: Hätten Sie Ende des Vorjahres angesichts von Personalproblemen und teils durchwachsenen Leistungen gedacht, dass es nun so weit gehen würde?

Nick HurbanekEs war definitiv kein einfacher Start in die Saison. Wir hatten ein paar junge neue Spieler dabei, haben uns manchmal fast blamiert, dann aber wieder einen Überraschungssieg gelandet. Irgendwie fehlte die Konstanz.

Mitte Januar hat es dann aber Klick gemacht. Es folgte eine Serie von zehn Siegen in Folge. Was war der Auslöser?

HurbanekDer 3:2-Sieg in Overtime bei Titelverteidiger Harzer Falken hat irgendwas mit dem Team gemacht. Aus Jungs wurden Männer, aus Männern wurden Anführer.

Da ist das Ding! Vor vielen mitgereisten Haie-Fans haben sich die Eishockey-Spieler des ECW Sande am späten Freitagabend den Meisterpokal in der Regionalliga Nord gesichert.

ECW SANDE NEUER REGIONALLIGA-MEISTER Jadehaie bejubeln Titelcoup in Adendorf

Henning Busch
Adendorf

War ein Schlüssel zur Trendwende eine Woche später auch die Rückholaktion von Ex-DEL-Stürmer Marian Dejdar?

HurbanekEr war schon mit seiner Erfahrung auf jeden Fall eine riesige Bereicherung für unser Team. Er hat einen großen Anteil an der Entwicklung, war ein mitentscheidender Baustein.

Zu Saisonbeginn sind Sie gemeinsam mit Slava Koubenski als neue ECW-Trainer in die großen Fußstapfen des verstorbenen Sergey Yashin getreten, praktisch ins kalte Wasser gesprungen. Was macht dann ein solcher Erfolg gleich im ersten Jahr mit einem?

HurbanekAuch wenn Slava der etwas ruhigere Typ ist – für uns beide ist das Wahnsinn! Nach dem Sieg in Braunlage haben wir schon gesagt: Wir haben eine gute Truppe, da ist einiges möglich. Und in der Finalserie gegen Adendorf hat die Mannschaft anders agiert als im Vorjahr im Finale gegen die Falken, als wir Vizemeister geworden sind.

Inwiefern?

HurbanekDer absolute Wille war da, der Biss war da. Und die, die im Vorjahr schon dabei waren, haben daraus gelernt. Man hat diesmal gemerkt, jeder hat für jeden gekämpft. Und nach dem zweiten Drittel in Finalspiel zwei in Adendorf hast du in den Augen der Jungs gesehen: Die wollten kein drittes Spiel, die wollten den Titel schon da klarmachen und waren absolut fixiert darauf.

Blicken wir schon ein Stück voraus: Bleibt die Mannschaft so zusammen oder wird es wieder ein paar Wechsel geben?

HurbanekDa müssen wir abwarten. Wir haben schon mit den ersten Spielern gesprochen, und es wird schwer, alle zu halten. Einige haben bereits angedeutet, dass sie das mit der Kombination aus Beruf und Eishockey spielen nicht noch mal machen wollen. Wir haben dann eben nicht so viel zu bieten, wie andere Vereine. Deshalb wird es vielleicht wieder so sein, dass der Kern bleibt, wir aber drei bis fünf neue Leistungsträger holen müssen – was wir eigentlich nicht wollen. Aber so ist nun mal das Tagesgeschäft.

Es gibt es immer wieder Fragen, warum seit Jahren kein Team aus der Regionalliga Nord in die Oberliga rauf will. Warum ist der Aufstieg auch für den ECW noch kein Thema?

HurbanekWir haben die dafür mindestens nötige eine Million Euro im Etat noch immer nicht zusammen. Das wird auch noch ein paar Jahre brauchen – auch um die notwendigen professionellen Strukturen im Verein zu schaffen. Die Oberliga ist schon eine Hausnummer. Da wollen wir halt nicht blauäugig rangehen und nach einem Jahr dann den Finger heben müssen und sagen, der Traum ist schon wieder vorbei und der Verein muss neu gegründet werden. Unser Vorstand arbeitet daran, aber da haben wir noch sehr viel Arbeit vor uns. Denn es soll im Falle des Aufstiegs in die Oberliga ja dann auch möglichst konstant da bleiben.

Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)
Henning Busch
Henning Busch Redaktion Friesland (Lokalsport)