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Niederlage in Elversberg Nick Woltemade zerlegt den VfB Oldenburg

Schwerstarbeit mussten (blaue Trikots, von links) Marcel Appiah und Patrick Möschl in der VfB-Defensive gegen Nick Woltemade (vorne, links) verrichten. Der Stürmer der SV Elversberg traf dennoch in Halbzeit eins schnell doppelt.

Schwerstarbeit mussten (blaue Trikots, von links) Marcel Appiah und Patrick Möschl in der VfB-Defensive gegen Nick Woltemade (vorne, links) verrichten. Der Stürmer der SV Elversberg traf dennoch in Halbzeit eins schnell doppelt.

Imago

Oldenburg/Elversberg - Eine Woche nach der spektakulären Endphase gegen 1860 München, in der ein 45-Meter-Rückenwind-Schuss von Manfred Starke und Pascal Richters Schuss ins Glück noch ein 2:2 gebracht hatten, hat der VfB Oldenburg an diesem Samstag das ungleiche Aufsteigerduell in der 3. Fußball-Liga bei Tabellenführer SV Elversberg klar verloren. Beim Kräftemessen mit der offensiv- wie defensivstärksten Mannschaft (22 Spiele/53 Punkte/1. Platz/56:18 Tore) musste sich der VfB (22/21/16./26:42) vor 4082 Zuschauern mit 0:3 (0:2) geschlagen geben. Im Hinspiel, als sich noch nicht so angedeutet hatte, dass die „Elv“ derart dominieren würde und jetzt fast schon für die 2. Bundesliga planen kann, hatten die Oldenburger bis in die Schlussphase 2:1 geführt, letztlich aber 2:3 verloren. Es war das erste Spiel mit mindestens drei Gegentoren – nun folgte das neunte.

So sahen die Formationen aus

„Das ist die spiel- und charakterstärkste Mannschaft der Liga – jedes Spiel gleicht dem anderen“, zeigte VfB-Trainer Dario Fossi vor dem Anpfiff großen Respekt vor dem Gegner, nahm zwei Veränderungen vor und setzte Kebba Badjie und Robert Zietarski, die gegen 1860 begonnen hatten, auf die Bank. Dafür rückten Jakob Bookjans und Rafael Brand in die Startelf, in der defensiv diesmal statt einer Dreier- eine Viererkette den Spitzenreiter stoppen sollte. Die SV Elversberg war im Vergleich zum starken 4:0 vor einer Woche beim 1. FC Saarbrücken nur auf einer Position verändert. In der Sturmspitze fehlte Torjäger Luca Schnellbacher, der sich im Saarland-Derby früh einen Außenbandriss zugezogen und trotzdem noch zwei Tore erzielt hatte, ehe er zur Pause ausgewechselt werden musste und jetzt erst einmal ausfällt. Er wurde im 4-4-2 durch Kevin Koffi ersetzt.

Beide gucken zu, nur einer steht im Kader: VfB-Zugang Felix Dornebusch (links) stand noch gar nicht im Oldenburger Aufgebot, Moritz Onken in diesem Jahr immer.

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So schnell wurde es ungut

„Ein guter Tag, um zu Null zu spielen“, meinte VfB-Sportleiter Sebastian Schachten direkt vor dem Spiel, doch es wurde rasch ein unguter Tag. Bereits nach 170 Sekunden hatte Elversberg die erste Riesenchance. Nach einer schnellen Kombination tauchte Koffi frei vor dem Tor auf. Keeper Sebastian Mielitz bekam eine Hand an den Lupfer des Stürmers, doch der Ball fiel Nick Woltemade direkt vor die Füße. Der von Bundesligist Werder Bremen ausgeliehene Angreifer schaffte es aber nicht, die Kugel aus kurzer Distanz im Tor unterzubringen. Es dauerte jedoch nicht lange, bis es Woltemade gleich zweimal besser machte. Er veredelte erst einen Zuckerpass vom 2022 fest von der Weser gekommenen Thore Jacobsen mit dem 1:0 (8. Minute) und legte dann relativ schnell nach. Nachdem Manuel Feil per Steckpass Jannik Rochelt eingesetzt hatte, scheiterte dieser an Mielitz, doch wieder landete der Abpraller nicht bei der VfB-Defensive, sondern bei Woltemade – und der 20-Jährige schob gedankenschnell zum 2:0 ein (17.).

So bekamen die Oldenburger Zugriff

Die annähernd 100 VfB-Fans, die hinter dem Tor von Mielitz standen, mussten weiter zuschauen, wie die Gastgeber immer wieder schnell und effektiv in die Offensive vorstießen. Mit mehr Vehemenz in den Zweikämpfen sowie einem kompakt vor- und zurückschiebenden Defensivverbund fingen die Oldenburger die Angriffswellen des Gegners aber nun nach und nach besser ab. Nach 41 Minuten hatte Brand die erste nennenswerte Offensivaktion der Gäste, bereitete Keeper Nicolas Kristof aber keine großen Probleme. Dass der Torwart zuvor so lange beschäftigungslos gewesen war, führte vielleicht dazu, dass Kristof ein zu lang geratener Schlag von VfB-Innenverteidiger Oliver Steurer beim einfachen Stoppen über den Fuß rutschte. Der Ball landet aber nicht im Tor, sondern im Toraus (45.).

So traurig wurde es am Ende

Nach dem Seitenwechsel hätte Bookjans fast für Hoffnung im VfB-Lager gesorgt, scheiterte aber erst aus spitzem Winkel am linken Pfosten (49.) und legte den Ball kurz darauf am Tor vorbei (51.). Auf der anderen Seite verpasste es Koffi, für Ruhe zu sorgen (52.), doch Rochelt gelang nur wenig später auf Vorlage von Woltemade die Entscheidung (54.). Nach der Hereingabe der Bremer Leihkraft von der Grundlinie hatte Rechtsverteidiger Patrick Möschl am Ball vorbeigesenst – und ärgerte sich danach am meisten über seinen missglückten Rettungsversuch wie das schnelle Ende der angestrebten Aufholjagd. Der eingewechselte Orhan Ademi hätte für Ergebniskosmetik sorgen können (73.), davor und danach hätte aber auch Elversberg seine eindrucksvolle Torbilanz weiter ausbauen können. Dass sich der eingewechselte Richter, der im Interview in dieser Woche noch darüber gesprochen hatte, wie er seine großen Knieprobleme hinter sich gelassen hat, in der Endphase bei einem Zweikampf schwerer verletzte (wohl an der Schulter) und vom Feld getragen werden musste, verlieh dem unguten VfB-Tag auch noch eine sehr traurige Note.

Interview
Der Schuss ins Glück: Pascal Richter (rechts) trifft in der 94. Minute zum 2:2 gegen 1860 München. Die Partie wurde direkt danach abgepfiffen.

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So geht’s es weiter

Da auch Zwickau (22/20/17./19:36) in Duisburg 0:4 verloren hat, blieb der VfB auf einem Nichtabstiegsrang. Sollte Mitaufsteiger Bayreuth (21/19/19./15:36) am Sonntag einen Überraschungssieg gegen den SV Wehen Wiesbaden (21/41/3./39:23) schaffen, würden die Oldenburger aber auf einen Abstiegsplatz rutschen. Am Montagabend (18.45 Uhr, 53acht-Arena) steht auf dem Plan der Fossi-Auswahl ein Testspiel bei Regionalligist SSV Jeddeloh, der am Freitag gegen den Bremer SV 0:2 verloren hatte. Am kommenden Drittliga-Spieltag trifft der VfB im Heimspiel auf Abstiegsrivale Hallescher FC. Weil es das Montagspiel der 3. Liga ist (Anstoß: 19 Uhr) und im Marschwegstadion keine Partien in den Abendstunden stattfinden dürfen, ist es allerdings ein weiteres Auswärtsspiel. Wie am 15. März (Mittwoch, 19 Uhr) gegen Borussia Dortmund II muss der VfB in die von Zweitligist Hannover 96 zur Verfügung gestellte Ausweicharena in die Landeshauptstadt wechseln.

So wurde gespielt

SV Elversberg: Kristof - Fellhauer (80. Pinckert), Correia (67. Conrad), Antonitsch, Neubauer - Feil (74. Bobzien), Jacobsen (67. Sickinger), Dürholtz, Rochelt - Koffi (74. Mustafa), Woltemade.

VfB Oldenburg: Mielitz - Möschl, Appiah, Steurer, Deichmann (61. Richter) - Ndure - Brand (69. Schäfer), Stendera (46. Zietarski), Bookjans (81. Adetula) - Starke, Wegner (61. Ademi).

25. Juni 2009: Oldenburgs Je’Kel Foster betrachtet nach dem Finalsieg die Meistertafel, auf der nun auch der Name der EWE Baskets Oldenburg eingetragen wird.

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