Phiesewarden - Wer Probleme hat, sollte versuchen, sie zu lösen – anstatt sich von ihnen auffressen zu lassen. Deshalb hat Nico Verhoef zu Beginn der Vorbereitung auf die Restspielzeit der Saison 2022/2023 in der Fußball-Kreisliga Spieler aus der Reservemannschaft des SV Phiesewarden in die Erste hochgezogen. Seitdem nähmen stets zwölf bis 14 Spieler am Training teil, sagt der Trainer.
Damit hat er eines der Grundübel der Hinrunde beseitigt. Wegen großer Personalprobleme hatte der Aufsteiger oftmals Schwierigkeiten, eine vernünftige Trainingsarbeit durchzuziehen. Das sei jetzt anders. Außerdem seien die neuen Spieler hoch motiviert. „Wir wollen sie in unser Team einbauen“, sagt Verhoef. „Das sieht richtig gut aus. Sie geben Vollgas.“ Auch deshalb sei er positiv gestimmt, wenn er auf die kommenden Aufgaben blicke.
Verletzungsprobleme
Und die haben es in sich. Vier Mannschaften steigen ab. Phiesewarden ist Vorletzter mit zehn Punkten. Der Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt nach einer vom Verletzungspech geprägten zweiten Hälfte des Jahres 2022 sieben Punkte. Verhoef schaut zurück: Immer wieder seien wichtige Spieler langfristig und kurzfristig ausgefallen. Immer wieder hätte Spieler auf ungewohnten Positionen spielen müssen. Und immer wieder hätten Spieler unmittelbar nach einer Verletzung direkt wieder Verantwortung übernehmen müssen.
Dennoch habe die Mannschaft ihren Mut nicht verloren. „Wir geben uns nicht auf“, sagt Verhoef. Er glaubt, dass seine Elf die Klasse halten kann. Aber es werde schwierig werden. Das sei ihm schon vor der Saison bewusst gewesen; der Mannschaft sei die Schwere der Aufgabe erst nach und nach klar geworden, meint er. Vielleicht liege es daran, dass sie in den Jahren zuvor in Freundschaftsspielen gegen höherklassige Teams mitgehalten habe, mutmaßt Verhoef. „Aber jetzt wissen alle, dass wir mehr machen und auch eine bessere Fitness haben müssen“, sagt der Trainer. Es gebe in der Kreisliga zwar Mannschaften, mit denen sein Team spielerisch nicht mithalten könne. In diesen Partien müsse sie dann mit Kampf und Moral dagegenhalten. „Wir dürfen auch mal ein Spiel verlieren. Wenn wir alles gegeben haben, ist das okay.“
Kleinigkeiten
In vielen Spielen habe seine Mannschaft aber gezeigt, dass sie sich auf Augenhöhe mit den Gegnern befinde. Manche dieser Partien habe sie verloren, weil Kleinigkeiten nicht gestimmt hätten – zum Beispiel bei Standardsituationen oder in Drucksituationen in der Schlussphase eines Spiels. Die Lehre daraus: „Manchmal müssen wir cleverer sein und geschickter spielen“, sagt Verhoef.
Aber es gebe auch andere Mannschaften – Mannschaften, die Schwierigkeiten hätten. „Gegen diese Teams müssen wir zur Stelle sein“, sagt Verhoef. Deshalb werden die Phiesewarder in der Rückrunde auch mal offensiv spielen. „Es bringt gar nichts, sich nur hinten reinzustellen. Wir müssen die Gegner auch zu Fehlern zwingen“, sagt Verhoef – und bläst damit schon Wochen vor dem ersten Punktspiel Anfang März beim 1. FC Ohmstede zur Aufholjagd.
