NORDENHAM - Thorsten Böning sah im Moment der Bekanntgabe seiner Ehrung vor dem Fußball-Kreisstaffeltag ein wenig so aus wie einer der zahlreichen patzenden Torhüter bei der WM: überrascht, fast ein wenig geschockt, sprachlos.
Der Grund für seine Verblüffung war jedoch ein rundum positiver: Der Vizepräsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), Ferdinand Dunker, selbst ein fußballverliebter Spieler aus Dinklage, überbrachte dem Kreisvorsitzenden der Wesermarsch für seine Leistungen im Lokalfußball Lob und die DFB-Verdienstnadel von allerhöchster Stelle. Der Absender: Dr. Theo Zwanziger, der Präsident des Deutschen Fußballbundes.
Dabei war Böning eigentlich derjenige, der bei der Veranstaltung die Ehrungen verteilen sollte. Im Zentrum des Kreisstaffeltages stand am vergangenen Sonnabend die Auszeichnung des 1. FC Nordenham, der – zählt man seine Vorgängervereine hinzu – seit 100 Jahren Vereinsfußball in Nordenham anbietet.
Hierzu kamen Böning, sein Vorstand, die Ehrengäste Bürgermeister Hans Francksen, Ferdinand Dunker, Wilfried Fugel (Vorsitzender Kreissportbund Wesermarsch) und Heinz Lange (Vorsitzender des NFV-Kreises Friesland) sowie rund 50 Vertreter der Wesermarsch-Fußballvereine im Hotel am Markt zusammen.
Nachdem die Grußworte der Ehrengäste betont kurz ausgefallen waren, nahm Bernd Junge als ehemaliger Vorsitzender des TuS Einswarden stellvertretend für Nordenhams Fußball die Ehren von DFB und NFV entgegen. Vom DFB gab es einen Silberteller sowie einen Scheck, dessen Betrag laut dem FCN-Vorsitzenden Klaus Rieger komplett in den „Tag des Fußballs“ fließt, bei dem eine Stadtauswahl gegen einen renommierten Fußballclub antreten soll.
Vom NFV-Vizepräsidenten bekam der FCN zehn Fußbälle – je fünf für die Herren und fünf für die Jugend.
Ferdinand Dunker selbst gab zum Besten, dass er sich zunächst keinen Reim auf das Zustandekommen von 100 Jahren FCN machen konnte. „Auf der Internetseite heißt es, dass der Verein 1994 gegründet wurde.“ Erst später sei er auf die langjährige Geschichte der Vorgängervereine, die mit der Gründung des SC Nordenham am 16. Juni 1910 begann, gestoßen.
Nicht nur die Nordenham-Kicker wurden für ihr Engagement geehrt. Noch vor der halbstündigen Laudatio, die Thorsten Böning anstelle des erkrankten Chronisten Werner Büsing vorlas, ehrte der Kreisvorsitzende mehrere Einzelpersonen für ihr ehrenamtliches Engagement.
Friedrich „Fidi“ Logemann (SC Ovelgönne) und Carsten Schöckel (ESV Nordenham) erhielten für ihre Arbeit als Schiedsrichter silberne Anstecknadeln. Dieselbe Nadel steckte Ferdinand Dunker auch Simone Beier an, die sich seit 1991 als Kreisreferentin für den Mädchenfußball in der Wesermarsch einsetzt.
Noch-Staffelleiter Herbert Hanke, ebenfalls seit 1991 dabei, wurde aus seinem Amt verabschiedet. Mit ihren zweiten Plätzen in den Kreisligen wurden die Spielvereinigung Berne und der 1. FC Nordenham als beste Mannschaften aus dem Kreis ausgezeichnet.
Den Fairnesspreis bekamen die Kicker des SC Ovelgönne, die in der 4. Kreisklasse in 16 Spielen mit gerade einmal sieben gelben Karten ausgekommen waren.
In Abwesenheit wurden zudem Jochen Erdmann (TuS Elsfleth) und Claus Hübner geehrt. Erdmann ist seit 1991 Beisitzer im Sportgericht, Hübner engagiert sich seit 18 Jahren als Schiedsrichter und in der Jugendarbeit des TV Esenshamm.
