NORDENHAM - NORDENHAM/FIL/KEL/BN - Eine doppelte Premiere gab es am Sonnabend für Bürgermeister Dr. Georg Raffetseder im Großensieler Hafen. Dort erlebte er erstmals ein Maibaumsetzen mit und durfte sogleich beim Hissen der Fahne mithelfen. Mit seinem Besuch beim Club Weserstrand setzte das Stadtoberhaupt auch ein Zeichen der Annäherung in Sachen Norwo. Nachdem es Misstöne bezüglich des Fischmarkt-Termins in Großensiel gegeben hatte, lud Raffetseder den Club-Vorstand zum „Runden Tisch“ ein, um gemeinsam über die Zukunft der Nordenhamer Woche zu beraten. Dieses Angebot nahm der Heimatvereinsvorsitzende Günter Mehrtens gerne an.
Die 56. Maibaumfeier des Clubs Weserstrand lockte bei warmen Frühlingstemperaturen Hunderte von Besuchern in den Hafen. Als der Umzug mit den Mai-Majestäten Jantje Nordbruch und Hendrik Dähne eintraf, gab es viel Beifall. Das Königspaar saß in einer Kutsche, die von einem restaurierten Deutz-Trecker aus dem Jahre 1952 gezogen wurde. Die Zeit des Baumherrichtens nutzte der 2. Club-Vorsitzende Dietrich Meier, um die Zuschauer über die Historie der Großensieler Maifeiern zu informieren. Mit dabei war auch die erste Großensieler Maikönig Sofie Lachnitt, die 1949 das ehrenvolle Amt übernommen hatte. Um Punkt 19.42 Uhr befand sich der 26 Meter lange Baumriese dann in der Senkrechten. Für Unterhaltung sorgten der Spielmannszug Ovelgönne sowie Kinder- und Jugendtanzgruppen des Bürgervereins Kleinensiel und des Sportvereins Nordenham.
Während die Baumwachen in Großensiel und Blexen die Vereinsbanner sicher im Griff hatten, fehlt jetzt das gute Stück am Maibaum des Klootschießer- und Boßelvereins Abbehausen. Ausgerechnet die Abbehauser Feuerwehr, die bis vor zehn Jahren selbst den Maibaum im Dorf aufgestellt hatte, stiebitzte die Fahne.
„Schwein gehabt“ hieß es für Annika Tanzen und Hans-Georg Speckels bei einer Verlosung zum Abbehauser Maibaumsetzen. Sie gewannen jeweils ein quickfideles Ferkel. Die Schweineverlosung war am Sonnabend neben Hüpfburg und Spielständen eine von vielen Möglichkeiten, sich vor dem „Butjadinger Tor“ die Zeit zu vertreiben, bis der Maibaumumzug eintraf. Pünktlich war der Zug zwar um 17 Uhr an der Ladestraße gestartet – vorweg der Loxstedter Spielmannszug, hintan die knatternden Rostheuler-Trecker – doch nur zu häufig musste der Festzug einen „strategischen Stopp“ machen. Ggen 19 Uhr wurde der Baum dann als „kleiner Bruder“ in Nachbarschaft des gewaltigen Bayern-stängels vor Venemas Haustür aufgerichtet.
Von circa 400 Schaulustigen dicht umsäumt war der Parkplatz vor der Gaststätte „Zur Eiche“ in Blexen, als die Männer des Klootschießer- und Boßelvereins sowie des Blexer TB den Maibaum in Rekordzeit mit Muskelkraft in die Höhe hievten. Unter den Klängen des Fanfaren- und Spielmannszuges Seefeld hisste Wilhelm Ruch, 83-jähriges Ehrenmitglied des KBV Blexen, die neue, von Fritz Stephan gestiftete Fahne der Friesensportler. KBV-Vorsitzender Andreas Reimers und Nordenhams stellvertretender Bürgermeister Ulf Riegel freuten sich in ihren Ansprachen über die vielen Zuschauer, von denen die meisten sich dem Umzug durchs Dorf angeschlossen hatten.Während des von den Blexer Honoratioren angeführten Marsch ließ das Maikönigspaar Insa und Jorge Koschnitzke Bonbons regnen.
