Nordenham - Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere: Die Vereinsvertreter des Niedersächsischen Fußballverbands im Landkreis Wesermarsch haben am Samstag im Sportheim des ESV Nordenham einstimmig für die Auflösung des Fußballkreises Wesermarsch zum 30. Juni 2018 gestimmt, um sich ab dem 1. Juli dem neuen Großkreis Jade-Weser-Hunte anzuschließen. Der entlastete Vorstand wird seine Aufgaben bis zur Fusion kommissarisch weiterführen.

Die Wesermarsch stimmte nach den Kreisen Ammerland, Friesland, Oldenburg-Stadt und Wilhelmshaven als letzter Fußballkreis dem Anschluss an den neuen Großkreis zu. „In dieser Größenordnung hat es eine solche Fusion in Niedersachsen noch nicht gegeben“, sagte Dieter Ohls, 1. Vorsitzender des NFV-Bezirks Weser-Ems, und bezeichnete sie als „zukunftsweisendes Projekt“. Endgültig beschlossen werden soll der Großkreis am 30. Juni auf dem Gründungskreistag in Spohle.

Den Vorstand des Wesermarsch-Kreises wird es in der bisherigen Form nicht mehr geben. Der Vorsitzende Thorsten Böning verkündete aber, dass die meisten Vorstandsmitglieder auch im neuen Großkreis tätig sein werden. „Alle waren wichtig, und fast alle machen auch weiter“, sagte er. Bei Startschwierigkeiten bittet Böning um Verständnis: „Auch wenn es anfangs mal irgendwo hakt: Bitte habt Rücksicht und Geduld.“

Ein „Dankeschön an alle Ehrenamtlichen“ richtete Manfred Neumann, Mitglied des Kreissportbundes, aus. Für ihren langjährigen Einsatz verlieh er Claus Hübner (Schiedsrichterausschuss) und Carsten Schöckel (Vorsitzender des Sportgerichts) die silberne Ehrennadel des Landessportbunds. Die DFB-Verdienstnadel erhielt Heinz Milde, der seit 1982 im Schiedsrichterwesen aktiv ist. Die goldene Ehrennadel des NFV bekam Thorsten Böning von Ohls überreicht. „Thorsten ist einer der Architekten des neuen Großkreises, und die goldene Ehrennadel ist die höchste Auszeichnung, die man erhalten kann“, sagte Ohls.

Damit war aber noch längst nicht Schluss. Die Meisterehrungen wurden fast alle bereits vor Ort auf dem Platz vorgenommen. Zwei fehlten aber noch. Das Team von Schwarz-Rot Esenshamm wurde als Kreismeister geehrt, und die SG Neustadt/Oldenbrok/Ovelgönne gewann den Titel in der Ü-40-Liga.

Auch Fairness zahlte sich aus. In der 2. Kreisklasse sammelte der Meister SV Phiesewarden die wenigsten Karten. In den beiden Ligen darunter bestachen der TuS Elsfleth (3. Kreisklasse) und die SG Neustadt/Oldenbrok/Ovelgönne IV (4. Kreisklasse) mit einer besonders fairen Spielweise. Weitere Auszeichnungen gab es für Rolf Schinke (TuS Elsfleth) und Nicole Schuprien (SV Kleinensiel) wegen ihres besonderen Engagements für ihren jeweiligen Verein.

Auch die bisherigen Vorstandsmitglieder des ehemaligen Kreisfußballverbands gingen nicht leer aus. Heinz Milde wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Er erhielt stehende Ovationen. Außerdem bekamen Olaf Lange, Dieter Jensen, Jörg Beyer, Michael Wendland, Reiner Gebauer und Gustav-Adolf Oeltjen für ihre langjährige Arbeit jeweils ein Präsent überreicht.

Derweil hatte die Spielvereinigung Berne kurzfristig einen Antrag eingereicht. Die erste Mannschaft ist aus der Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst abgestiegen und tritt in der kommenden Spielzeit in der 1. Kreisklasse Süd an. Im Falle eines Wiederaufstiegs müsste die Spielvereinigung in der Kreisliga Jade-Weser-Hunte an den Start gehen. Allerdings würde sie gerne erneut in die Kreisliga Oldenburg-Land/Delmenhorst eingereiht werden, obwohl diese nicht zum neuen Großkreis gehört. Die Erlaubnis dafür habe sie durch einen Bezirksbeschluss bereits vor rund 25 Jahren erhalten, erklärte ein Vereinsvertreter während der Versammlung.

Weil der Antrag aber sehr kurzfristig eingegangen sei, seien die Unterlagen noch nicht aufgefunden worden, sagte Thorsten Böning. „Aber wir haben diesen Antrag weitergeleitet.“

Auch im neuen Großkreis wird es Pokalwettbewerbe geben – und zwar sogar vier. Die Männerteams durften ihre eigene Leistungsstärke selbst einschätzen und sich für eine der drei Leistungsklassen anmelden. Außerdem spielen die Ü40-Teams einen eigenen Pokal aus.