NORDENHAM - Selbst die Lehrer an der eigenen Schule waren skeptisch, als das Gymnasium Nordenham erstmals eine Mädchenfußballmannschaft für den Wettwerb „Jugend trainiert für Olympia“ anmeldete. Bei den verschiedenen Turnieren, die dann folgten, zuckten die Trainer der gegnerischen Teams mit den Achseln. Niemand hatte die Nordenhamerinnen auf der Rechnung. „Wir sind immer als unbekannte Außenseiter angetreten“, sagt Albert Bojunga. Der fußballbegeisterte Physiklehrer betreut die Mannschaft, die jetzt einen der größen Sporterfolge in der Geschichte des Gymnasiums errungen hat: Die 11 bis 13 Jahre alten Kickerinnen haben den Landesmeistertitel gewonnen und treten im September beim Bundesfinale in Berlin für Niedersachsen an.

Nach der gelungenen Qualifikation für Berlin, die das Team am vergangenen Donnerstag in Barsinghausen perfekt gemacht hatte (die NWZ berichtete), folgte am Sonnabend die Fortsetzung der unglaublichen Erfolgsgeschichte. In Bremen gewann das Gymnasium Nordenham den Werder-Cup. Dabei handelte es sich um ein Turnier, das der Bremer Bundesligaverein für seine „100 Prozent Werder“-Partnerschulen ausgerichtet hat. Bei einem Quafikationswettbewerb in Bremerhaven konnten sich die Nordenhamerinnen mühelos gegen fünf Mannschaften durchsetzen und zogen mit der stolzen Ausbeute von 15:0 Punkten und 32:0 Toren in das Finalturnier ein.

Von rund 60 Schulen hatten acht die Hürde nach Bremen genommen. In zwei Gruppen kämpften die Mannschaften auf den Nebenplätzen des Weserstadions um den Einzug ins Endspiel. Die von ihrem Einsatz in Barsinghausen noch etwas müden Nordenhamerinnen kamen in der ersten Begegnung lediglich zu einem 1:1 gegen die Ronzelenschule aus Bremen. In der zweiten Partie erzielten sie einen knappen 1:0-Sieg gegen die Franziskus-Demann-Schule aus Bremen, so dass erst im dritten Vorrundenspiel die Entscheidung fiel. Das Bojunga-Team gewann mit 6:0 gegen die Schule Mormerland. Damit wies Nordenham das beste Torhältnis auf, so dass der Einzug ins Finale gesichert war.

Im Endspiel um den Werder-Cup trafen die Nordenhamerinnen auf das Herbartgymnasium Oldenburg. In der ausgeglichenen Begegnung gelang Chiara Böschen der Siegtreffer, wobei die Torhüterin aus Oldenburg tatkräftig mithalf. Das 1:0 brachten die Nordenhamerinnen geschickt über die Runden.

Bei der Siegerehrung überreichte Werder-Geschäftsführer Klaus-Dieter Fischer den Mädchen den Wanderpokal. Zudem gab es Urkunden, Fanschals und Werder-Jahrbücher für die Spielerinnen sowie 100 Freikarten für das Gymnasium zum Besuch des Werder-Heimspiels gegen Schalke 04 am 23. August.

Die „von Null auf Hundert“ erzielten Erfolge – wie es Albert Bojunga formuliert – haben dem Mädchenfußball am Gymnasium zu einem neuen Stellenwert verholfen. Im kommenden Schuljahr will Albert Bojunga eine Mädchenfußball-Arbeitsgemeinschaft anbieten. Zudem ist geplant, mit zwei Mädchenteams bei „Jugend trainiert für Olympia“ anzutreten. Dabei kommt es dem Gymnasium zugute, dass viele Talente in den Mädchenmannschaften des TSV Abbehausen kicken. Von der jetzigen Siegertruppe spielen bis auf die Torhüterin Nathalie Mertens alle Fußballerinnen bei den Grün-Gelben.

Die Vorfreude auf das Bundesfinale in Berlin, das vom 21. bis zum 25. September ausgetragen wird, kennt kaum Grenzen. „Das ist echt Hammer“, bingt Monique Frische die Stimmung auf den Punkt.

Zum Team gehören Nathalie Mertens, Rabea Ahlers, Chiara Böschen, Lisa Bultmann, Alkje Dettmers, Kyra Deutzmann, Monique Frische, Kira Kallenbach, Kristin Schüler und Lara Tabel.