NORDKREIS - Frauen und Fußball eine Kombination, die vor Jahren undenkbar erschien. Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen bewies 2007 das Gegenteil und gewann die Weltmeisterschaft und sorgte damit für eine steigende Nachfrage im Frauenfußball. Aber wie sieht es mit dem Frauenfußball im Nordkreis Cloppenburg aus?
Claudia Burrichter, Trainerin des Hansa Friesoythe, sagt: Um den Frauenfußball ist es hier sehr gut bestellt. Auch Michel Ulmer, Trainer der Mädchenmannschaft des SV Bösel, fügt hinzu: Das Fußballspielen bei den Mädchen boomt. Sechs Mädchenmannschaften werden alleine in Bösel trainiert. Mit acht Jahren fangen die meisten Mädchen an und viele von ihnen bleiben lange dabei. Auch neben dem Studium oder der Ausbildung bekommen wir die Frauen zum Wochenende für die Spiele zusammen, so Burrichter.
Die ältesten Spielerinnen sind schon über 30 Jahre alt und haben trotz Kind und Familie ihre Leidenschaft für das Fußballspielen nie aufgegeben, meint Burrichter. Die Annahme, dass Fußball nichts für Mädchen ist, sei überholt. Auch Ulmer bestätigt: Früher wurde der Frauenfußball noch belächelt. Nun ist beim Spielniveau zwischen den Mädchen und Jungen kaum noch ein Unterschied zu bemerken. Gerd Awick, Trainer der B-Jurorinnen in Scharrel, fügt hinzu: Die Mädchen attackieren beim Fußball genau so gerne wie die Jungen. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Mädchen fairer spielen. Seiner Meinung nach sind die Frauen auch nicht so wehleidig wie die Männer. Die Spielerinnen müssen eher mal gebremst werden, sagt Awick.
Manfred Klären, Trainer der Damenmannschaft des STV Barßel, bestätigt: Frauen zu trainieren ist einfacher, weil sie meist ehrgeiziger und disziplinierter sind als die Männer. Seine Spielerinnen gewannen im letzten Jahr den Kreispokal und wurden Kreismeister.
Die erfolgreichste Frauenfußballmannschaft des Nordkreis ist die Spielgemeinschaft (SG) Neuscharrel/Altenoythe. Die Spielerinnen um Trainer Gerd Berling spielen seit dieser Saison in der Landesliga. Eine von ihnen ist Julia Gehlenborg, die mit 15 Jahren eine der jüngsten Spielerinnen in der Elf ist. Fußball ist für mich wichtig, um mich nach der Schule abzureagieren, sagt sie. Bis zu drei Mal in der Woche steht sie auf dem Platz und denkt noch lange nicht ans Aufhören.
Um junge Mädchen an den Fußball heranzuführen, hat der SV Bösel den Tag des Mädchenfußballs ins Leben gerufen. Auch Hansa Friesoythe versucht, durch Schnuppertage neue Spielerinnen zu erreichen. Manfred Krämer setzt dazu auf noch mehr Werbung durch die Weltmeisterschaft 2011.
