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NWZonline.de Sport

Norwegen ist Olympia 2022 zu teuer

03.10.2014

Oslo IOC-Präsident Thomas Bach hat Oslos Verzicht auf eine Olympia-Kandidatur bedauert, ein neues Bewerbungsverfahren für die Winterspiele 2022 aber ausgeschlossen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) werde nicht mitten im Rennen seine Regeln ändern, erklärte er am Donnerstag und nannte den Rückzug der Norweger eine politisch motivierte Entscheidung einer Minderheitenkoalitionsregierung. „Es tut mir leid für den Sport in Norwegen und die Athleten, die eine großartige Gelegenheit verpasst haben, Olympische Spiele in ihrer Heimat zu zelebrieren“, sagte Bach der Nachrichtenagentur dpa.

Nach Oslos Ausscheiden bleiben bei der Vergabe am 31. Juli 2015 von einstmals neun Interessenten nur noch Peking und das kasachische Almaty als Bewerber für 2022 übrig. Von einer Krise für das olympische Winter-Spektakel wollte Bach nichts wissen. „Das Hochglanzprodukt Winterspiele ist nach wie vor ein Hochglanzprodukt, wahrscheinlich mehr denn je“, sagte der IOC-Chef.

Die angedachten Reformen der olympischen Agenda 2020, die Anfang Dezember verabschiedet werden sollen, würden Lösungen anbieten, wie die Kosten für die Durchführung von Spielen und die Bewerbung reduziert werden können. 2018 finden die Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea statt. Die Sommerspiele 2020 wurden nach Tokio vergeben. Almaty oder Peking würden einen olympischen Gastgeber-Hattrick Asiens komplett machen.

Die Bewerbung Oslos ist nach Einschätzung der norwegischen Regierung vor allem an der ausbleibenden Begeisterung der Bevölkerung gescheitert. „Meiner Meinung nach war es der mangelnde Enthusiasmus, der alle anderen Argumente überschattet hat“, sagte der kulturpolitische Sprecher der regierenden Konservativen, Svein Harberg, dem norwegischen Fernsehen am Donnerstag.

Am Abend zuvor hatte die Kommune ihren Antrag auf eine Staatsgarantie zurückgezogen, nachdem sich eine Mehrheit in der Koalition gegen die Bewerbung abgezeichnet hatte. Das Projekt war in der Bevölkerung von Anfang an auf wenig Gegenliebe gestoßen. Bei einer Abstimmung im vergangenen Jahr hatten sich die Norweger nur ganz knapp für die Bewerbung um die Austragung entschieden. Vielen waren dabei vor allem die hohen Kosten ein Dorn im Auge.

Zahlreiche norwegische Sportprofis reagierten enttäuscht auf das endgültige Nein. „Das ist wirklich schade“, sagte Biathlet Emil Hegle Svendsen dem Fernsehsender NRK. Die Freestyle-Skifahrerin Tiril Sjåstad Christiansen meinte, für sie sei ein Traum geplatzt. „Wir haben eine einzigartige Chance verpasst, den norwegischen Wintersport zu fördern.“

Neben München hatten unter anderem Barcelona, das Schweizer Kanton Graubünden, Stockholm und das ukrainische Lwiw aus verschiedenen Gründen auf eine Bewerbung verzichtet oder diese zurückgezogen.

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