Nürnberg - Bayern München ist auf dem Weg zum 29. deutschen Meistertitel überraschend ins Straucheln geraten. Der schwache Tabellenführer konnte die Steilvorlage von Schalke 04 nicht nutzen und baute durch ein glückliches 1:1 (0:0) beim FC Nürnberg seinen Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund drei Spieltage vor Saisonende nur auf zwei Punkte aus.
Nach dem Treffer von Matheus Pereira (48. Minute) rettete „Joker“ Serge Gnabry (75.) die erschreckend schwachen Gäste vor einer Blamage. Tim Leibold schoss einen Nürnberger Foulelfmeter an den Pfosten (90.+1) – es war der dritte vergebene Strafstoß der Franken in Folge. Auf der Gegenseite scheiterte Kingsley Coman kurz vor Schluss mit einem Alleingang (90.+5). Bei einem Sieg hätten sich die Münchner schon am nächsten Wochenende die Schale sichern können.
Nürnbergs Torhüter Christian Mathenia trauerte dem verpassten Sieg nach. „Bis zur 75. Minute war das ein perfekter Tag für uns. Es ist einfach schade, dass wir uns nicht belohnen“, sagte der 27-Jährige. Aber: „Das macht auf jeden Fall Mut für die nächsten Spiele.“
Unglücklich für den Club: Das Fernduell um die deutsche Meisterschaft hielt er durch seine starke kämpferische Leistung im 191. bayerisch-fränkischen Derby spannend – der Punkt wird für den neunmaligen deutschen Meister zu wenig sein, um die Klasse zu halten: Nürnberg liegt nun fünf Zähler hinter dem am Samstag siegreichen VfB Stuttgart auf dem Relegationsplatz. Der neunte Absturz des Rekordabsteigers in die zweite Liga dürfte damit nicht mehr zu verhindern sein.
Peinlich für den FC Bayern: Weil seine Anhänger Feuerwerksraketen auf das Spielfeld schossen, pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) die zweite Halbzeit erst mit einigen Minuten Verspätung an. Vor 50 000 Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion dominierten die Münchner nach einer kurzen Aufwärmphase zunächst das Spiel, schnürten die Gastgeber zunehmend ein, ehe Pereira nach dem Seitenwechsel den Führungstreffer erzielte.
