Friesland - Die Würfel sind gefallen: Der Türkische SV hat sich am letzten Spieltag der Fußball-Bezirksliga durch einen 4:0-Erfolg beim TSV Abbehausen den Meistertitel gesichert – und damit mit einem Jahr Verzögerung den Aufstieg in die Landesliga perfekt gemacht (nachdem man in der Vorsaison aufgrund einer fehlenden Jugend-Mannschaft trotz Meisterschaft nicht aufsteigen durfte). Vizemeister wurde aufgrund der schlechteren Torbilanz der VfL Wildeshausen (ebenfalls 70 Punkte).
Bestes friesländisches Team ist der BV Bockhorn als Tabellenfünfter mit 46 Punkten – gefolgt vom TuS Obenstrohe (6./45) und Heidmühler FC (8./39), die beide zwischenzeitlich der Abstiegszone gefährlich nahe gekommen waren. Während der BVB und TuS beim Saisonfinale leer ausgingen, landete der HFC zum Abschluss einen 6:2-Kantersieg.
TuS Obenstrohe - FC Rastede 1:2. Durch die Heimniederlage verpasste die Elf des scheidenden Trainerduos Markus Kaup/Dirk Maiwald am Sonnabend vor heimischer Kulisse den Sprung auf den vierten Tabellenplatz in der Abschlusstabelle – gefeiert wurde nach dem Abpfiff dennoch. Schließlich hatten die Trainer das nach dem Rücktritt von Hans-Jürgen Immerthal (übernimmt Ligarivale TSV Abbehausen) schlingernde TuS-Schiff in der Rückrunde wieder auf Kurs gebracht und zwischendurch eine lange Erfolgsserie gestartet.
„Kompliment an die Spieler, wie sie mitgezogen haben und wieder zu einer Einheit geworden sind“, bilanzierten Kaup und Maiwald, die das Zepter nun an Coach Gerold Steindor (zuvor BV Bockhorn) weitergeben. „Es war schon etwas Besonderes, dem Verein und der Mannschaft geholfen zu haben – und wir nehmen viel mit aus dieser Zeit.“
Gerne hätten sich Team und Trainerduo mit einem Sieg von ihren Anhängern verabschiedet, doch dagegen hatte der starke Aufsteiger aus Rastede (4./50) im Dauerregen etwas. „Die Gäste haben einfach cleverer gespielt“, sagte Kaup. In der torlosen ersten Hälfte hatten sich die Obenstroher einen Chancenverhältnis von 3:1 erarbeitet. Nach dem Seitenwechsel schlug FC-Torjäger Maik Ebeling nach einer scharfen Flanke per Kopf zu – 0:1 (56.). Nur eine Minute später setzte TuS-Spielmacher Lennart Siebrecht den Ball aus kurzer Distanz über das FC-Gehäuse.
Der TuS drängte mit Macht auf den Ausgleich, ein Freistoß von Siebrecht wurde aber gehalten (66.). Drei Minuten später sorgte Rastedes Stefan Bruns nach einem Konter für die Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste – 0:2 (63.). Nachdem Florian Jochens mit dem Versuch gescheitert war, aus 30 Metern das verwaiste FC-Tor zu treffen (76.), keimte nach dem Anschlusstreffer durch Johann Booken per Volleyabnahme (85.) noch mal kurz Hoffnung bei den Platzherren auf. Doch Matthias Lamche scheiterte in einer Eins-gegen-Eins-Situation am Rasteder Schlussmann (88.).
Heidmühler FC - VfL Oldenburg II 6:2. In einer munteren Partie sorgten die engagiert zu Werke gehenden HFC-Akteure nach einer sehr durchwachsenen Spielzeit für ein versöhnliches Saisonfinale, schenkten ihrem scheidenden Trainer Frank Gerdes zum Abschluss einen hohen Heimsieg und überholten die Gäste noch in der Tabelle. Nachfolger von Gerdes, der vor 14 Tagen überraschend seinen Rücktritt zum Saisonende bekannt gegeben hatte, wird – wie berichtet – Lars Klümper. Er verlässt den Liga-Rivalen SV Wilhelmshaven II und dürfte auch den einen oder anderen Spieler von dort noch mit in den Klosterpark lotsen.
„Das war sehenswert und hat für vieles in der Saison entschädigt, zumal alle Treffer sensationell gut herausgespielt wurden“, zeigte sich Gerdes nach dem letzten Akt hochzufrieden. „Schade, dass die Mannschaft viel zu selten ihr Potenzial abgerufen hat.“
Besonders torhungrig zeigte sich in seinem letzten Spiel für den HFC mit drei Treffern Bastian Kühn, der die Heidmühler nach nur einer Halbserie – gemeinsam mit Marc Hupka – in Richtung STV Voslapp verlässt. Der überragend agierende Stürmer hatte den Torreigen bereits in der 5. Minute eröffnet. Noch vor der Pause erhöhten Florian Janssen (28.) und Joshua Titz (37.) auf 3:0. Auch nach Wiederbeginn zeigten sich die Friesländer zunächst kaltschnäuziger im Abschluss – allen voran Kühn, der das Ergebnis mit seinen Treffern zwei (49.) und drei (59.) auf 5:0 schraubte. Danach betrieben die Gäste aus Oldenburg durch Jonas Möller, der einen von HFC-Schlussmann Marcel Westermann verursachten Foulelfmeter verwandelte (70.), und Dennis Gleba (85.) noch etwas Ergebniskosmetik. Dann krönte Sead Asani in der Schlussminute seine gute Leistung (u.a. drei Torvorlagen) mit dem 6:2-Endstand.
VfL Stenum - BV Bockhorn 4:2. Personell pfiffen die Bockhorner beim Absteiger aus Stenum aus dem letzten Loch, so dass dem scheidenden Interimstrainer Eilert Künken zum Abschluss ein Sieg verwehrt blieb. Er hatte den dünn besetzten BVB-Kader Anfang März nach der Freistellung von Coach Gerold Steindor übernommen und trotz der Unruhe im Umfeld sowie wenig personeller Alternativen eine eindrucksvolle Erfolgsserie gestartet – ehe zum Saisonende die Kräfte bei den Spielern immer mehr nachließen.
Lediglich mit zwei Ersatzspielern angereist, dazu nur noch Co-Trainer Jens Oetken als Ersatztorwart auf der Bank, waren die Voraussetzungen gegen den Tabellenvorletzten alles andere als günstig. Zudem bissen diverse angeschlagene Spieler – darunter Torjäger Patrick Degen – auf die Zähne. „Dennoch war in Stenum durchaus noch mehr drin, aber wir haben vor allem in der ersten Hälfte die Chancen nicht genutzt“, bedauerte Eilert Künken.
So resultierte aus einer Riesenchance für Degen ein Konter, den Stenum eiskalt mit dem 1:0 durch Marc-Andre Klahr beendete (22.). Dann scheiterten Bockhorns Wilke Runkel (24.) und Tom Gerdes (36., per Kopf). Nach einem Pfostenkracher von Degen erkämpften sich die BVB-Spieler aber den Abpraller und glichen durch Cihat Undav zum 1:1 aus (38.). Mit dem Pausenpfiff ging Stenum jedoch durch Stephan Schüttel wieder in Front (45.+1). Zwar glich Degen mit einem fein gezirkelten Freistoß aus 25 m in den Winkel erneut aus (55.), doch sorgten Dominik Entelmann (66.) und Julian Dienstmaier (78.) für die Vorentscheidung – 4:2.
Gefeiert wurde nach der Rückkehr aus Stenum dennoch zum Saisonausklang. „Mit dem fünften Tabellenplatz können wir sehr zufrieden sein“, betonte Eilert Künken. Zur neuen Saison übernimmt nun – wie berichtet – A-Lizenz-Inhaber Sebastian Schütte (zuletzt U 19 des VfL Oldenburg) das Bockhorner Bezirksliga-Team. In seinem Schlepptau stehen inzwischen neun Zugänge fest: Neben den bereits bekannt gegebenen sieben Akteuren, stoßen zur neuen Spielzeit nun auch noch Philip Müller (Heidmühler FC) und Marcel Naber (U 19 VfL Oldenburg) sicher zum BVB-Team.
