Hude/Amsterdam - Horst Köster war die Anspannung auch am Montag noch anzumerken. „Wir waren ganz nah dran, das erste Mal gegen die Niederlande zu gewinnen“, berichtete der Mannschaftsführer des deutschen Jakkolo-Teams. Im Finale der 4. Jakkolo-Weltmeisterschaft, die am Wochenende in Lisse bei Amsterdam ausgetragen wurde, stand es nach drei Runden im Duell mit den hochfavorisierten Niederländern 15:15. Am Ende fehlten dem deutschen Quintett mit Marcel Viand, Moritz Tschörtner, Frank Oltmanns (alle aus Hude), Jörg Zernitz (Wardenburg) und Bianca Köster (Hatten) nur zwei Siege, um den Titel zu holen. „Gegönnt hätten es fast alle dem deutschen Team, auch die meisten Niederländer. Schade, dass es am Ende nicht gereicht hat“, bilanzierte Horst Köster.
Nach einem spannenden Halbfinale gegen Surinam, das mit 28:22 gewonnen wurde, hatten die Deutschen zum dritten Mal das Finale erreicht. Die Niederlande schlug in ihrem Halbfinale Schweden mit 48:2. Die Teams bestanden aus fünf Spielern. In den K.o.-Spielen musste jeder gegen jeden der anderen Mannschaft einmal antreten. Der Sieger bekam jeweils zwei Punkte. Nachdem Surinam Schweden mit 27:23 bezwungen hatte und erstmalig Dritter wurde, kam es zum erwarteten Finale Niederlande gegen Deutschland.
Bei der WM waren insgesamt 200 Spieler aus neun Nationen am Start, erstmals waren Teams aus Frankreich und der Schweiz angereist. Deutschland nahm mit 38 Spielern teil. Den weitesten Weg hatte (der völlig begeisterte) David Dow aus den USA, außerdem war noch ein Spieler aus Indonesien dabei.
Während es im Teamwettbewerb gut lief, gab es im Einzel so manche Enttäuschung aus deutscher Sicht: Zwar schafften bei den Damen fast alle Teilnehmerinnen in der Vorrunde die Qualifikation für die erste K.o.-Runde, bei den Herren gelang es hingegen nur sieben Spielern, diese Hürde zu nehmen. „Wir waren schon enttäuscht darüber, dass es nicht mehr waren, aber das Niveau in Holland ist extrem hoch, und durch die Länderquoten, wonach mindestens zwei Spieler aus jedem Land in der Hauptrunde dabei sein dürfen, schieden mehr Spieler als erwartet aus“, analysierte Mannschaftsführer Horst Köster das Ergebnis.
In der ersten K.o.-Runde war für den bis dahin amtierenden Vizeweltmeister Moritz Tschörtner aus Hude ebenso überraschend Endstation wie für Frank Oltmanns (Hude), dem gleichfalls gute Chancen auf einen vorderen Platz eingeräumt worden waren. Für Marcel Viand (Hude) und Jan Lüdeling (Jemgum bei Leer) war in der 2. Runde die Einzelwertung zu Ende. Unter allen deutschen Teilnehmern war schließlich Niedersachsenmeisterin Bianca Köster aus Hatten die Beste. Sie erreichte unter 79 Spielerinnen in der Vorrunde Platz 4 und kam bis ins Achtelfinale.
Im Einzel gingen alle Medaillen an die Gastgeber. Den Damentitel holte sich Elly Mensen im Finale gegen Simone Frijlink (die auch schon 2011 bei der WM in Hude im Finale stand) mit 14:12. Dritte wurde Titelverteidigerin Geesje von der Linde. Hollands nationaler Rekordmeister Siem Oostenbrink gewann bei den Herren im Finale mit 14:6 gegen Ronald Polman seinen ersten WM-Titel, Titelverteidiger Marten van der Heuvel schied im Viertelfinale aus.
Die 5. Jakkolo-WM findet 2015 in Tschechien statt.
