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NWZonline.de Sport

Mit richtigem Paket kann es für DFB-Frauen weit gehen

26.06.2019

Jetzt geht’s also gegen Schweden. Wenn es nach der Bilanz geht – die ist überragend. Immer, wenn die deutschen Frauen bei großen Turnieren gegen die Schwedinnen antreten musste, haben sie auch gewonnen. Auf der anderen Seite ist Schweden offensiv ganz stark besetzt, mit Stina Blackstenius, Kossovare Asllani, und Sofia Jakobsson – lustigerweise eine ehemalige Spielerin vom BV Cloppenburg. Zudem hat Schweden eine gute Torhüterin, die gegen Kanada mit dem gehaltenen Elfmeter wohl entscheidend zum Weiterkommen beigetragen hat. Ich glaube, das wird ein 50/50-Spiel – bei allen Vorzügen, die Deutschland hat. Aber ich hoffe und tippe auf einen knappen Sieg für uns.

Bei den Deutschen ist die Bewertung ja ziemlich kurios: Viele meinen, das sei noch nicht der ansehnlichste Fußball. Fakt ist aber, dass Deutschland als souveränste Mannschaft weitergekommen ist. Ohne Gegentor, unter anderem gegen Gruppengegner Spanien, das sich im Achtelfinale gegen den haushohen Favoriten USA super präsentiert hat und nur dank zwei fraglicher Elfmeter knapp verloren hat. Und auch gegen Nigeria – okay, da muss man gewinnen, aber die haben in der Vorrunde anderen Teams durchaus mehr zu schaffen gemacht. Die Bilanz ist also im Nachgang gar nicht hoch genug zu bewerten.

Trainerin Martina Voss-Tecklenburg hat nun gesagt, dass das Team sehr selbstkritisch ist, dass es noch nicht auf dem Level ist, das es sich zutraut. Nach den bisherigen Spielverläufen sollte man aber eher die Ergebnisse bewerten, denn im Turnier geht es ums Weiterkommen. Und man muss sich nicht für die Art und Weise entschuldigen, wie man das geschafft hat.

Wenn es den deutschen Frauen also gelingt, sich weiter Stück für Stück zu steigern, wenn das Gesamtpaket weiter stimmt – allen voran die Standards, auch dafür muss man sich nicht entschuldigen, ein Standardtor zählt genauso viel wie eines aus dem Spiel – dann ist immer noch alles möglich. Auch, weil einer der Topfavoriten USA und Frankreich nach dem direkten Duell die Segel streichen muss, und der andere erst im Finale deutscher Gegner sein kann.

Ein Faktor könnte auch die Rückkehr der zuletzt verletzten Dzsenifer Marozsán werden. Voss-Tecklenburg hat damit natürlich in der Tat ein Luxusproblem: Maroszan hat bei ihr natürlich das Prädikat „Weltklasse“. Andererseits hat das Team drei Spiele souverän ohne Maroszan gewonnen. Das wird für die Trainerin eine schwierige Entscheidung – aber es ist natürlich schön, wenn man sich solche Gedanken machen muss – oder darf – als wenn man festgenagelt ist. Denn vielleicht braucht man gegen Schweden auf der Position eine andere Spielerin als gegen die körperbetonten Nigerianerinnen, da hat Maroszan mit ihrer Spielintelligenz und ihrer Technik natürlich andere Möglichkeiten. Wobei man nicht unterschätzen darf, dass auch Melanie Leupolz und Lena Oberdorf Qualitäten haben. Im Endeffekt ist es ja gut, so einen Überhang im Team zu haben.

Generell ist die WM bisher ein Riesenerfolg für den Frauenfußball. Ich habe ich von vielen Zuschauern gehört, die gesagt haben: Wow, das ist von der Athletik, von der taktischen Ausrichtung, von der Spielstärke auf ganz hohem Niveau. Auch unheimlich spannende Spiele waren dabei. Alle Nationen, auch vermeintlich schwächere gehen an ihre Grenzen und darüber hinaus. Das ist tolle Werbung für den Frauenfußball.

Tanja Schulte ist Sportliche Leiterin des Frauenfußball-Zweitligisten BV Cloppenburg. Exklusiv für diese Zeitung beschreibt sie ihre Eindrücke von der Weltmeisterschaft in Frankreich.

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