OBENSTROHE - Er wirkt im Gespräch rasch, konzentriert, zielgerichtet und dynamisch. So spielt er offenbar auch. Markus Brandt, 36, spielte 1997 mit der Skat-Mannschaft „Kreuzberger Buben“ – er stammt aus Berlin-Neukölln – in der 1. Skat-Bundesliga, war unter anderem auch zweimal Berliner Pokalsieger und einmal Berliner Vize-Meister. Seit 2003 in Obenstrohe ansässig, frönt er seiner Passion – übrigens zusammen mit seiner Frau Claudia – beim Vareler Verein „Lustige Gesellen“, nahm jüngst mit Ralf Harms am Tandem-Wettbewerb der Deutschen Skat-Meisterschaft in Magdeburg teil.

Woher die Faszination? Skat sei jedenfalls in seiner modernen, seit gut 15 Jahren gespielten Form durchaus strategisch, eine Art Denksport, erläutert er. Man müsse vorausdenken, ganz ähnlich wie beim Schach. „Jede Reizung kann man – wenn man es denn versteht – lesen, sie hat einen Kontext“. Ihn zu erkennen und das eigene Spiel darauf abzustellen, darin bestehe die Kunst, und auch der nimmermüde Reiz. Im Prinzip sei das Spiel strategisch planbar, „ab der ersten ausgespielten Karte“.

Das ist aber noch nicht alles. Man kann sich mit dem Spiel auch theoretisch auseinandersetzen, die Zweckmäßigkeit von Spielzügen und -strategien diskutieren. Auch das tut Markus Brandt sehr gern, mit Skatfreunden im Verein. Im Übrigen gibt es, wie bei Schach oder auch Bridge, eine ganze Palette an Skat-Literatur. Auch da ist Markus Brandt vertreten. Er entwickelte eine „Kleine Skat-Schule“, die Interessenten über die „Lustigen Gesellen“ beziehen können.

Eine spielerisch-intellektuelle Tätigkeit, ein „Gehirn-Training“. So fasst Markus Brandt den Reiz seiner Passion zusammen. Er mag nicht von ihr lassen, seit er mit 18 Jahren das Spiel erlernte, bei den „Berliner Bären“, einem Club in der ISPA (International Skat Player Association), die sein Vater in den 70er-Jahren mit begründete.

Genauso wohl aber fühlt er sich bei den „Lustigen Gesellen“, die im Deutschen Skatverband sind. Das Vereinsleben im Vareler Club mit über 40 Mitgliedern bietet ihm auch übers Spiel hinaus Anschluss und Freundschaften.

Sein Traum aber ist und bleibt es, „einmal wieder ganz nach oben zu kommen, in die 1. Liga“. Da suche er noch eine „interessante Verstärkung“, qualifizierte Partner.

Aber auch sonst sei jeder Interessent bei den Übungsabenden – montags, 19.30 Uhr, „Ammerländer Stuben“ – sehr willkommen. Das gilt auch für Interessentinnen. Eine Gruppe der „Gesellen“ war übrigens bis vor kurzem dort, wohin Markus Brandt möchte: in der 1. Bundesliga.