Ocholt - Geschichte und Nostalgie – gerade in der Vorweihnachtszeit werden Erinnerungen an die gute alte Zeit wieder wach. Wie war das noch vor 40, 50, 60 Jahren?

Wie die Züge als Transportmittel der Zeit um 1959 aussahen, können sich Interessierte beim Museumseisenbahn Ammerland-Barßel-Saterland e.V. (MABS) ansehen. Denn dort, am Wasserturm 8 in Ocholt, steht sie im Lokschuppen – liebevoll gepflegt und in dezentem, dunklem Rot gestrichen: der dreiteilige Schienenbus von 1959.

Ihren Erhalt und die Tatsache ihrer noch immer währenden Existenz verdankt die MABS der unermüdlichen Arbeit und Liebe der Vereinsmitglieder. „Ich bin seit 1956 bei der Bahn“, lächelt Gründungsmitglied Walter Bruns und beschreibt damit die Basis seiner lebenslangen Zuneigung zu dem eisernen Transportmittel.

„Ich war bei der Meisterei, im Rangierdienst und beim Stellwerk.“ Auch habe er selber die Züge gefahren. „Zuerst die Kleinlok Köf 2, später die Köf 3“, berichtet er. Kalt sei das gewesen, da zumindest die erste Kleinlok anstelle von Türen nur Leinensegel zum Verschließen gehabt habe. „Wir haben ganz schön gefroren“, erinnert sich Bruns heute lächelnd.

Frieren müssen die Gäste, die eine der regelmäßigen Ausflugsfahrten mit der MABS gebucht haben, nicht. Sie hat Türen und Fenster. Aber der historische Charme ist trotzdem geblieben. „In unserem Verein haben wir Schneider und Maler, Elektriker und Tischler“, sagt Bruns. Da packe jeder mit an, um die Bahn historisch korrekt zu restaurieren.

Überhaupt sei man ein wirklich tolles Team, lobt auch Vereinsvorsitzende Sabine Trumpf. Seit der Vereinsgründung im Jahr 1991 habe man sich immer auf die heute rund 130 Mitglieder verlassen können. „Wir lachen und scherzen, spornen uns an und verstehen uns einfach gut“, freut sie sich.

Was sich auch im Ergebnis niederschlägt: Denn nachdem unter hohem persönlichen und finanziellen Aufwand 1995 die ersten Fahrten nach Westerstede angeboten wurden, wachse die Nachfrage nach Fahrten.

So sei man bereits nach Stade gefahren, nach Worpswede, Oldenburg oder Münster. „Aber das erst, seitdem wir die jetzige Bahn haben“, erklärt Trumpf. Die aktuelle MABS könne, im Gegensatz zu ihrem Vorgänger, nicht mehr nur ausschließlich die Privatstrecke der Emsländischen Eisenbahn befahren, sondern auch das Streckennetz der Bundesbahn nutzen.

Und über diese Schienen tuckert sie dann mit bis zu 140 Reisenden an Bord mit maximal 30 Stundenkilometern zu ihren Ausflugszielen.

Wer Interesse an der Mitarbeit im Verein hat oder sich informieren möchte, ist herzlich eingeladen zu den monatlichen Treffen zu kommen. Sie finden an jedem ersten Mittwoch im Monat von 8.30 bis 10 Uhr im Lokschuppen statt. „Wir freuen uns über jeden, der mitwirken möchte“, laden die Mitglieder ein.