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NWZonline.de Sport

Özil plagen Selbstzweifel

20.06.2012

DANZIG Wenn man Joachim Löw auf Mesut Özil anspricht, gerät der Bundestrainer regelmäßig ins Schwärmen. „Mesut gehört zu den Besten der Welt“, sagt er dann. Oder: „Er hat geniale Momente.“ Löw imponiert, wie sich der gebürtige Gelsenkirchener beim vielleicht größten Fußballclub der Welt durchgesetzt hat, wie er sich im Kreise der Superstars bei Real Madrid etabliert und sich den Respekt von einem Weltfußballer wie Cristiano Ronaldo erarbeitet hat.

Im deutschen Spiel hat Löw deshalb eine zentrale Rolle für Özil reserviert. Im 4-2-3-1-System ist er die Variable, die durch ihre Bewegungsfreiheit die gegnerische Abwehr ins Chaos stürzen soll. Deutschland, so Löws Überlegung, könne sich bei dieser EM vor allem deshalb eine weniger riskante Spielweise erlauben, weil vorne Ausnahmekönner Özil spielt. Der 23-jährige Ex-Bremer kann an guten Tagen jede Defensive mit seinen Pässen aushebeln und jeden Abwehrspieler dieser Welt austanzen. Er kann in der Liga der absoluten Weltstars mitspielen.

Özil selbst weiß das – und feilt deshalb auch abseits des Platzes an seinem Image. Roland Eitel, ein früherer Journalist, zieht seit einiger Zeit hinter den Kulissen die Fäden. Eitel berät seit fast 20 Jahren auch Löw und den früheren Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Beide haben eine perfekte Außenwirkung, ihr Privatleben ist weitgehend abgeschottet, ihr Bild in der Öffentlichkeit ist nahezu makellos. Genau dahin soll Eitel nun auch Özil führen.

Auf die Frage, was sein neuer Berater bewirken soll, antwortete Özil in Danzig: „Das fragen Sie ihn am besten selbst.“ Dem Vernehmen nach war es nicht seine Idee, Eitel zu beschäftigen, sondern die seines Vaters Mustafa. Ihm gefiel nicht, dass sein Sohn zuletzt in Madrid nicht nur durch schöne Tore und traumhafte Pässe, sondern auch durch nächtliche Disco-Ausflüge und angesammelte Strafzettel wegen Falschparkens mit seinem Ferrari aufgefallen ist.

Auf dem Platz fremdelt Mesut Özil bislang merklich. Als er gegen Portugal ausgewechselt wurde, schlich er an Toni Kroos, der für ihn kam, ohne das eigentlich obligatorische Hände-Abschlagen vorbei. Gegen Dänemark trottete er lust- und ideenlos über den Rasen und winkte genervt ab, wenn ihm wieder einmal eine Aktion misslang. Minutenlang stand er zwischendurch an der rechten Seitenlinie und hob resigniert den Arm.

Es ist schwer, in die Gefühlswelt des sensibel wirkenden Technikers hineinzusehen. Interviews in der Mixed Zone verweigert er, stattdessen läuft er stets einen halben Meter hinter seinem Real-Kollegen Sami Khedira her und schützt sich in seinem Schatten vor Anfragen.

„Wenn ich einen Ball habe, bin ich glücklich“, hat er in Danzig verraten. Doch im Moment scheint seine Beziehung zur Kunststoffkugel nicht gänzlich intakt. Sie gehorcht ihm nicht so, wie er es gewohnt ist. Das raubt ihm die Lust. Er fremdelt.

Özil will unbedingt Europameister werden: „Alles andere wäre eine Enttäuschung.“ Der Real-Star will dem Turnier seinen Stempel aufdrücken. Es wurmt ihn, dass es bislang andere sind, über die gesprochen wird. Das passt nicht zu dem Anspruch, den er an sich selbst stellt.

Löw erwartet von seinem Spielgestalter in den K.o.- Spielen eine Leistungsexplosion. „Ich bin bislang mit seiner Leistung zufrieden, er hat sich gegen Dänemark schon stark verbessert gezeigt und absolut mannschaftsdienlich gespielt. Die große Explosion Özils kommt noch“, prophezeite Löw am Dienstag – bislang hat Löws Gefühl den 52-Jährigen selten im Stich gelassen. „Bei der WM 2010 war das auch so nach der Vorrunde. Plötzlich war Özil gegen England und Argentinien überragend.“

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