OFEN - Bevor ich mich meiner neuesten Randsportarten-Erkundung widmete, informierte ich mich im Internet ganz intensiv über „Prellball“. Nun wusste ich zumindest theoretisch, wie das Spiel funktioniert, doch wie meine Nachbereitung aussehen würde, stand nirgendwo: Die angeschwollene Hand mit Eispacks kühlen.

Am Anfang sieht das Spiel für mich von außen wirklich harmlos aus: Sechs Männer vom TuS Ofen prellen sich gegenseitig einen ledernen Ball zu. Sie alle sind im Alter zwischen 52 und 72 Jahren. Ihr Trainer, Diethelm Marienfeld, erklärt mir nebenbei die Regeln: Das Spielfeld ist durch eine 40 cm hohe Leine getrennt. Auf jeder Seite befinden sich drei oder vier Spieler. Aufgabe ist es, den Ball im eigenen Feld aufzuprellen und dann auf der gegnerischen Seite auf den Boden aufkommen zu lassen. Das sollte doch zu machen sein.

„Für Frauen ist es sehr schwer. Man braucht viel Kraft“, erklärt mir Marienfeld.

Wenn die das können, kann ich das aber auch – denke ich mir. Ganz so einfach ist es dann nicht. Wenn der Ball nicht sauber geprellt wird, also nicht mit der Faust gerade auf den Boden geschlagen wird, bekommt die gegnerische Mannschaft einen Punkt. Auch wenn der Ball die Leine berührt, bekommt der Gegner einen Punkt. Ebenso, wenn man wie ich vor dem Ball wegläuft und er somit auf dem eigenen Feld aufkommt. Während des Spiels bekomme ich von allen Seiten immer wieder hilfreiche Tipps und so langsam spielt sich unser Team aufeinander ein. Peter nimmt den Ball vom Gegner an, gibt ihn mir vor, ich prelle einmal und dann kommt Helmut aus seiner Ecke hinten und bringt ihn über die Leine.

Schon bald wird mein Talent erkannt. Lobsprüche wie „gut gesehen“, „wunderbar“, „tolle Reaktion“ und schließlich „du kannst gerne wiederkommen, du hast Talent“, bekomme ich von den ehrgeizigen Spielern zu hören.

Ob ich wirklich noch einmal zum Prellball-Spiel komme, weiß ich nicht. Neben einer angeschwollenen rechten Hand und Muskelkater im rechten Oberarm plagen mich auch noch meine Bauchmuskeln – vom vielen Lachen.

Das liegt vor allem an der lockeren Art der Spielweise des Ofener Teams. Die Mannschaft kennt sich schon über 20 Jahre und trifft sich auch sonst in der Freizeit. „Wer beim Prellball redet hat schon verloren, dem fehlt die Konzentration“, meinte zwar Marienfeld, doch die Männer scheinen lieber zu „schnacken“ als zu gewinnen. Fast jede Ballberührung wird kommentiert mit „schönes Ding“ oder „Schade, Egon".

Informationen unter

www.tus-ofen.de