OFENERDIEK/BüRGERFELDE - Die Freundschaften haben das Ende der Fliegerhorstfeuerwehr überlebt: Seit 50 Jahren unternehmen die ehemaligen Feuerwehrleute im Winter gemeinsam eine Kohlfahrt.

„Wir wollten auch in unserer Freizeit mal etwas gemeinsam unternehmen“, erinnert sich Helmut Gramberg (71), der auch schon 1959 dabei war, als sich die Kameraden gemeinsam mit ihren Ehefrauen vor dem Kaffeehaus Bürgerbusch zum ersten Mal zur Kohlfahrt trafen. „Kalt war es damals, aber die Frauen trugen leichte Schuhe und Pumps, wir wollten schließlich chic sein“, erinnert sich Ehefrau Hilke schmunzelnd an die erste Fahrt zurück.

Der Weg führte damals über die Alexanderstraße und Brookweg südlich am Fliegerhorst vorbei zur Gaststätte „Eiche“ in Ofen. Mit dabei eine Quetschkommode, auf der eine musikalisch begabte Frau die Stimmung bei frostigen Temperaturen anheizte. „In den ersten Jahrzehnten waren wir meist sonnabends unterwegs, und abends wurde getanzt. Heute lassen wir es ruhiger angehen und treffen uns sonntagmittags“, sagt Helmut Gramberg.

60 Feuerwehrleute

60 Männer plus Chef gehörten zu den Feuerwehrwachen A und B, die im Wechsel rund um die Uhr Dienst schoben. Auch an den Feiertagen, Heiligabend gab es zwei Stunden frei, damit die Feuerwehrleute ihre Familien kurz besuchen konnten. Tag und Nacht verbrachten die Feuerwehrleute gemeinsam. Trotzdem freuten sie sich darauf, in ihrer Freizeit abseits des Rollfeldes auf Kohlfahrt zu gehen.

An viele Einsätze erinnert sich Gramberg. Manchen Piloten hat er mit seinen Kameraden aus brennenden Maschinen gezogen. „Ein bis zwei Einsätze hatten wir in den Anfangsjahren am Tag“, erzählt der 71-Jährige. „Nicht alle verliefen so dramatisch, aber technische Störung traten immer wieder auf.“ In seinem schweren Hitzeschutzanzug saß er auch bei 30 Grad im Sommer schwitzend im Löschfahrzeug – immer einsatzbereit.

Fünf Löschfahrzeuge

Sieben Fahrzeuge, darunter fünf große Tanklöschwagen, garantierten in den letzten Jahren eine ausreichende Wasserversorgung bei Brandfällen. Diese Kapazitäten kamen auch den lokalen Wehren zuletzt beim Großfeuer des Restaurants „Wiesenkieker“ an der Elsflether Straße im Jahr 1993 zugute, als die Flughafenfeuerwehr die Löscharbeiten unterstützte. Viele gingen bei der Auflösung der Wehr in den vorzeitigen Ruhestand.

Jubiläum am Sonntag

Unter ihnen auch Helmut Gramberg, der mit Ehefrau Hilke und den Ehepaaren Renate und Siegfried Riedel sowie Anne und Gerold Gloystein zum Festausschuss gehört, der die Jubiläumskohlfahrt organisiert. „Seitdem ein Festausschuss die Planung übernommen hat, ist die Beteiligung auch wieder höher. Da braucht niemand Angst davor zu haben, Kohlkönigin oder Kohlkönig zu werden“, sagt Hilke Gramberg. An diesem Sonntag trifft sich die Kohlpartie um 11 Uhr am Fliegerhorst-Haupteingang.