OFENERDIEK - Sobald sich die Tür zur Turnhalle öffnet, gibt es für die Mitglieder des Rollstuhl-Sport-Clubs kein Halten mehr. Beim Aufwärmspiel flitzen sie durch die Halle.
von mandy von pless
OFENERDIEK - Aufgeregt warten die Kinder und Jugendlichen vor der Turnhalle. Dann öffnet sich endlich die Tür, und sie können mit ihren Rollstühlen in die Halle fahren. Jeden Dienstag trifft sich der Nachwuchs des Rollstuhl-Sport-Clubs (RSC) Oldenburg in der Sporthalle Ofenerdiek.Die fünfjährige Johanna Federmann ist mit einem offenen Rücken zur Welt gekommen. Seit ihrer Geburt sitzt sie schon im Rollstuhl. Sie erzählt mit strahlenden Augen: „Ich bin gerne beim Sport. Es ist schön hier, weil alle im Rollstuhl sitzen." Das kleine blonde Mädchen zeigt seine Freude, wenn es in der Sporthalle mit seinem Rollstuhl die Kreise zieht.
Der elfjährige Marvin Wernecke leidet an Bewegungsstörungen. Deshalb braucht er für lange Stecken einen Rollstuhl. Beeindruckend ist, dass er den Rollstuhl in der Sportstunde des RSC lieber stehen lässt, um Fußball zu spielen. „Fußballspielen macht mir super viel Spaß", sagt der Junge. Auf die Frage, ob er beim Laufen keine Schmerzen habe, erwiderte Marvin: „Beim Spielen merke ich eigentlich nicht, dass etwas weh tut."
Seine neunjährige Schwester Melissa hat die gleiche Krankheit. „Wir kommen jeden Dienstag hierher. Mit den Betreuern ist es immer lustig, und sie sind sehr nett."
Vier Übungsleiter – Sonja Strote, Holger Cordes, Hero Dirks und Katja Schimmelpfeng – betreuen den Nachwuchs im Rollstuhlsport. „Wir wollen den Kindern und Jugendlichen Spaß an der Bewegung in und mit dem Rollstuhl vermitteln“, berichtet Sonja Strote.
Die Jugendlichen sollen sich beim Spiel mit dem Rollstuhl anzufreunden. „Der Sport ist für die Kinder sehr wichtig. Sie werden selbstsicherer und lernen sehr gut, mit dem Rollstuhl umzugehen", sagt eine Mutter.
Das beweisen die Kinder und Jugendlichen des RSC jeden Dienstag in der Turnhalle. Sobald sich die Tür zu Turnhalle öffnet, gibt es für die sechs bis 26 Jahre alten Sportler kein Halten mehr. Sie lachen und flitzen beim Aufwärmspiel mit ihren Rollstühlen durch die Halle. Alle spielen gemeinsam Ticken.
Danach können sie Basketball, Badminton oder Tischtennis spielen. Aber auch Rollstuhl-Fahrtraining, in dem der sichere Umgang mit den Rollstühlen geübt wird, oder Tanzen steht auf dem Programm. „Im Rollstuhl ist alles möglich“, erklärt Sonja Strote.
Die vier Trainer begleiten und betreuen den Nachwuchs bei allen sportlichen Aktivitäten. Dabei sitzen die Übungsleiter – wie die Kinder und Jugendlichen – natürlich auch im Rollstuhl.
„Im Rollstuhl
ist
alles
möglich“
Sonja Strote„Beim Spielen merke ich
nicht, dass
etwas weh tut“
M. Wernecke
