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American Football Touchdown-Maschine nimmt Fahrt auf

Bernd Teuber

Oldenburg - Der krönende Höhepunkt einer erfolgreichen Saison des American-Football-Nachwuchses der Oldenburg Knights, wurde am vergangenen Wochenende noch einmal zur Touchdown-Show von Johann Kruthaup. Der 18-Jährige erreichte beim Liga-Finale der U-19-Talente der Youngsters in Bad Zwischenahn gegen die Birds of Prey aus Bremen viermal erfolgreich die Endzone. Das A-Jugend-Team, das schon zuvor ungeschlagen durch die Oberliga-Saison marschiert war, bezwang den Rivalen von der Weser mit 38:10 und feierte damit nach einem Jahr die Rückkehr in die Regionalliga.

Ohne teure Importe

„Im letzten Spiel unserer Saison hat das gesamte Team sein bestes gezeigt“, meint Kruthaup, der die Gegner in dieser Spielzeit mit seinen „Hasenläufen“ vielfach zur Verzweiflung getrieben hatte. „Ich bin sehr stolz, ein Teil dieser Mannschaft zu sein, und freue mich auf die kommende Saison in der Regionalliga“, sagt der vielseitig einsetzbare Spieler, dem eine große Zukunft zugetraut wird.

„Wenn wir unseren Sport weiterbringen wollen, müssen wir auf die Jugendarbeit setzen. Dann können wir irgendwann auch auf teure Importspieler verzichten“, erklärt Knights-Abteilungsleiter Rainer Borkmann und sieht die Jugendarbeit als überlebenswichtig für den Verein an.

Mit der Verpflichtung von Holger Völling, der als Jugendnationaltrainer zwei EM-Titel gewann, im Jahr 2011 ging die Entwicklung eines Jugendfootballkonzepts einher. Nachdem er eigentlich als Trainer für das Männerteam geholt worden war, widmete sich der heutige Sportdirektor der Knights bald der Nachwuchsarbeit und hob noch im selben Jahr die Youngsters aus der Taufe.

„Schon jetzt beneiden uns die Vereine in der Region um unsere Nachwuchsarbeit“, sagt Borkmann. Gerade einmal zehn Jahre alt sind die jüngsten Ritter, die in der C-Jugend – Squires genannt – dem Ei hinterherjagen. Von der Pike auf erlernen sie hier die Grundlagen des Footballs.

Das 2015 gegründete Team spielte in diesem Jahr seine erste Oberliga-Saison und erreichte ein ausgeglichenes Punktekonto. Dabei hatte ein großer Teil des Kaders vor der Saison noch nie einen Football in der Hand gehabt. „Unser Plan war es, die Kinder auf die nächste Altersklasse vorzubereiten – das ist uns gelungen“, zieht Squires-Trainer Paul Gudladt eine positive Bilanz.

Einfache Integration

Die B-Jugend der Knights, die Yeomen, nehmen seit 2014 am Spielbetrieb teil und holten bereits zweimal den Niedersachsen-Titel. Das Meister-Triple verpasste die Mannschaft in diesem Jahr durch eine überraschende Halbfinal-Niederlage gegen den Nachwuchs des Deutschen Meisters Braunschweig Lions (7:20). In Quarterback Marc Becker und Defensivspieler Max Winkler musste Yeomen-Trainer Daniel Kregler gleich zwei Leistungsträger ersetzen. Diese Ausfälle konnte das Team nicht kompensieren.

Vor der Spielzeit waren 24 Spieler in die höhere Altersklasse aufgerückt, dafür kamen zahlreiche Neulinge hinzu. „Zu Beginn der Saison hatten wir nicht mehr so viele erfahrene Spieler, dafür eine ganze Menge Rookies, die wir erst einmal zu Footballern machten mussten“, erklärt Kregel und ist zufrieden: „Die haben sich im Laufe der Saison super entwickelt.“

Das Nachwuchskonzept der Knights machte die Inte­gration der Yeomen ins Team der Youngsters (seit 2012 im Spielbetrieb) einfach. Souverän gelang der Wiederaufstieg. „Wie viele Spieler nun tatsächlich den Sprung in die Männermannschaft schaffen, ist ungewiss. Die vergangenen Jahre haben aber gezeigt, dass die Ausbildung so gut ist, dass wir die Jungs ruhigen Gewissens zu den Männern geben können“, sagt U-19-Coach Jan Volkmann.

„Mit Knights in der GFL“

Kruthaup soll erst einmal weiter im U-19-Team reifen. Der VfLer trug zunächst neun Jahre lang das Fußball-Trikot der Grün-Weißen, bevor er 2013 zu den Footballern wechselte. Hier begann er als Quarterback, wurde aber schnell auf die Position des Running Back versetzt.

„Die Coaches stellten fest das ich mit Ball besser laufen kann als ihn zu werfen“, erinnert sich der 18-Jährige, der gleich im ersten A-Jugendjahr zum Teamkapitän gemacht worden war und erneut die Position wechselte. Als Wide Receiver fängt er nun die Pässe und sorgte für unzählige Touchdowns der Youngsters. Auch als Returner im Specialteam sowie als Defense Safety steht er seinen Mann.

„Wenn man ihn lassen würde, würde er die ganze Spielzeit auf den unterschiedlichsten Positionen auf dem Feld stehen. Der Junge ist echt eine Maschine und dabei noch ein sympathischer, bescheidener Typ“, sagt Knights-Sprecher Ralf Dorendorf mit einem Schmunzeln.

Auch in der Niedersachsenauswahl, wo er auf der Position des Running Backs spielt, wurde Kruthaup zum Teamkapitän ernannt. „Mein Ziel ist es, irgendwann mit den Knights in der GFL (German Football League) zu spielen“, sagt Kruthaup und ergänzt: „Und das Nationaltrikot zu tragen.“

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