OLDENBURG - Die Club-Führung kündigte für heute ein Krisengespräch an. Fünf Teams streiten noch um vier freie Plätze.

Von Oliver Schulz

OLDENBURG - Den Spielern der EWE Baskets steht eine sehr ungemütliche Woche bevor. Reihenweise haben die Oldenburger im Wettstreit um einen Playoff-Platz beste Chancen ausgelassen, doch nach dem 74:78 (44:42) in der Heimpartie gegen den Mitkonkurrenten EnBW Ludwigsburg und der damit verbundenen achten Niederlage im neunten Bundesliga-Spiel in Folge droht sogar das vorzeitige Scheitern. Mit den Baskets und den Schwaben kämpfen am 30. und letzten Spieltag Quakenbrück, Trier und Bonn um die vier verbleibenden Qualifikationsplätze. Für die Oldenburger ist der Osterspaziergang am kommenden Sonntag in Frankfurt zur Zitterpartie geworden.

Die Vereinsspitze will Trainern und Spielern heute noch einmal deutlich machen, welche finanziellen Konsequenzen das Playoff-Aus hätte. Das Krisengespräch kündigte gestern Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller auf Nachfrage der NWZ an (siehe nebenstehendes Interview). Die Finalpartie der Normal-Runde werde nun zur Charakterfrage.

Den Zweckoptimismus, das Blatt in Frankfurt zu wenden, teilt der Trainer mit dem Clubchef. „Natürlich sind wir mit der Niederlagenserie sehr unzufrieden. Es bleibt uns aber noch eine Chance, in die Playoffs einzuziehen“, sagte Don Beck, der am Sonnabend tatenlos mit ansehen musste, wie seine Basketballer nach gutem und engagiertem Beginn im Schlussviertel nach-einander Wurfpräzision, Selbstvertrauen und Heimspiel verloren.

Den Ludwigsburgern wurde dank mangelhafter Verteidigung der Gastgeber im Spielaufbau der erste Bundesliga-Sieg gegen Oldenburg geradezu aufgedrängt. Bill Edwards (14 Punkte bei 33 Prozent Trefferquote) und Tyron McCoy (13/27 Prozent) waren wie zuletzt in Gießen beste Korbschützen. Zudem erzielte Ersatz-Center Daniel Strauch zwölf Punkte (67 Prozent). Ihre Ausbeute genügte allerdings nicht, um die schwache Gesamtleistung der Mannschaft im Wurf zu kompensieren.

Zudem setzte sich die fatale Verletzungsserie fort. Nach zwölf Minuten erhielt David Dixon einen Schlag aufs Auge, erlitt dabei einen Riss der Netzhaut und wurde gestern operiert. Der Einsatz des langen Centers in Frankfurt ist zweifelhaft.

Der neue Ausfall ist ein weiterer Mosaikstein in der mittlerweile zwei Monate währenden Pleiten-Geschichte. „Ich weiß nicht, was noch zu tun ist, wenn die Schüsse nicht in den Korb gehen. Wir bekommen die Verunsicherung einfach nicht aus unseren Köpfen“, sagt Beck. Die dritte Heim-Niederlage in Folge war die Summe falscher Entscheidungen. Dazu trug auch der Coach mit einigen Merkwürdigkeiten bei. Die Einwechslung des fast 39-jährigen Carl Brown in der Schlussphase, „um das Spiel schnell zu machen“ (Beck), war kurios.

Die Ratlosigkeit hat sich auf die Spieler übertragen. Aus der vor Kraft strotzenden Einheit zu Jahresbeginn ist eine Truppe des Jammers und des Jammerns geworden.