OLDENBURG - Die Basketballer des BBC Bayreuth bildeten am Sonnabend in der EWE-Arena optisch eine ungewöhnliche Einheit. Alle zehn Gästespieler, die zum Einsatz kamen, trugen schwarze, bis zu den Knien hochgezogene Strümpfe. In der Bundesliga, in der viele Spieler mit bunten Accessoires an Füßen und Beinen ihre Individualität betonen, ist das ein seltenes Bild. Auf das eigene Spiel konnte die Truppe aus Oberfranken diese Uniformität lange Zeit übertragen und bereitete dem Gastgeber EWE Baskets mit einer starken Mannschaftsleitung vor allem vor dem Seitenwechsel Probleme. Letztlich sprang im ersten Heimspiel der neuen Saison aber ein 88:67 (36:37)-Sieg der Oldenburger heraus, an dem der neue Aufbauspieler Bobby Brown mit 30 Punkten großen Anteil hatte.
Das war ein sehr intensiv geführtes Spiel, sagte Baskets-Trainer Predrag Krunic. Im ersten Viertel haben wir überhaupt nicht unseren Rhythmus gefunden. Das wurde nach der Pause besser, und wir haben uns in der Defensive erheblich gesteigert.
Der Lohn für den Erfolg ist die Tabellenführung, die die Oldenburger nach zwei Partien und 4:0 Punkten nun innehaben. Das nächste Duell steht bereits an diesem Mittwoch an, dann spielen die Baskets um 20 Uhr bei EnBW Ludwigsburg.
Die neu zusammengestellte Oldenburger Mannschaft wirkte bei der ersten Verabredung mit ihrem Publikum zu Beginn sehr nervös. Das erste Viertel ging mit 21:25 verloren, wobei das Team von Krunic zwischenzeitlich sogar mit 14 Punkten (6:20) zurückgelegen hatte. Brown sammelte zwar schon bis zur Pause 14 Zähler. Manches Mal waren seine Anspiele aber nicht nur für die Gegner, sondern auch für die Kollegen zu schnell. Zudem fand Ronald Burrell, der beim ersten Spiel in Frankfurt aufgetrumpft hatte, überhaupt nicht in die Partie. Dieses Schicksal teilte er mit mehreren Mitspielern.
Die Entscheidung vor 3148 Zuschauern in der ausverkauften Arena brachte eine ganz starke Phase der Oldenburger im dritten Viertel. Durch einen 15:0-Lauf drehte das Team einen 48:50-Rückstand in eine 63:50-Führung. In diesen drei Minuten haben wir das Spiel verloren, sagte Bayreuths Trainer Andreas Wagner. So etwas darf in der Bundesliga eigentlich nicht passieren.
Brown begeisterte die Besucher nun mit einer Auswahl an selten gesehenen Wurfvarianten. Der 27-jährige Amerikaner sprang mehrmals zu Abschlüssen in die Höhe, drehte unmittelbar vor dem Wurf auf ungesund aussehende Weise das Handgelenk und verlieh dem Ball so eine nicht zu erahnende Flugkurve. Die tapfer verteidigenden Bayreuther standen diesen Fähigkeiten machtlos gegenüber, das Publikum feierte den Aufbauspieler.
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