Oldenburg - Rasid Mahalbasic war bereits im Anflug auf den Korb, da spritzte Dejan Subotic dazwischen und blockte den Oldenburger Center so resolut wie technisch einwandfrei ab. Mahalbasic war kurz verdattert, schnappte sich dann aber den nun freien Ball, blickte sich kurz um, bediente Nathan Boothe mit einem hinter dem Rücken gespielten Pass und bereitete so die nächsten Punkte seines Teams in genialer Manier vor.

So wie in dieser Szene in der siebten Minute war es häufig im Spiel zwischen den EWE Baskets Oldenburg und den Baskets Bonn: Wann immer die starken Rheinländer eine gute Aktion hatten, hatten die Oldenburger eine Antwort parat und setzten noch einen oben drauf. So setzte sich der Tabellenzweite der Basketball-Bundesliga am Mittwochabend nach 30-minütigem harten Kampf und einem furiosen Schlussviertel mit 109:95 (52:52) gegen den ewigen Rivalen durch und feierte so eine gelungene Generalprobe für das mit Spannung erwartete Derby bei Rasta Vechta an diesem Samstag (18 Uhr/Rasta-Dome). Die überragenden Will Cummings (33 Punkte) und Rasid Mahalbasic (28) führten das Team von Trainer Mladen Drijencic zum achten Sieg in Folge, Frantz Massenat taute drei Tage nach seiner 40-Punkte-Gala in Göttingen erst spät auf (11 Punkte). Für die lange Zeit auf Augenhöhe agierenden Bonner, die nach sechs Spielen mal wieder eine Niederlage kassierten, waren Olivier Hanlan und Stefan Bircevic die besten Werfer (17).

Vor 5707 Zuschauern in der großen EWE-Arena war beiden Mannschaften das Selbstvertrauen anzumerken, sehenswerte Offensivaktionen wechselten sich munter ab. Nachdem die Bonner den besseren Start hatten (7:3/2. Minute), übernahmen die Gastgeber angeführt von Cummings das Kommando. Oldenburgs Spielmacher hatte nach dem temporeichen ersten Viertel (32:29) bereits 14 Zähler auf dem Konto.

Die Bonner bekamen Cummings danach aber anschließend besser in den Griff und bereiteten den Hausherren einige Probleme. In Oldenburgs Verteidigung machte sich das Fehlen von Karsten Tadda bemerkbar. Der Nationalspieler musste erneut wegen seiner Hüftblessur aussetzen und sah so von der Bank aus, wie Bonn mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit durch Bircevic zum 52:52 ausglich.

Zehn Spielminuten und einige Auf und Abs später stand es immer noch unentschieden: Mit 76:76 ging es ins Schlussviertel. In diesem zündeten die Oldenburger dann wie aus dem Nichts die nächste Stufe und überrannten die Bonner, die dem wild entschlossenen Sturmlauf der Hausherren auch nach dem fünften Foul für Baskets-Kapitän Rickey Paulding (8 Punkte) und großer anschließender Hektik nichts mehr entgegenzusetzen hatten.