Oldenburg - Selten waren sich zwei Trainer nach einem Basketball-Bundesliga-Spiel so einig. „Unser Ziel war von Anfang an, das Energie-Level hoch zu halten. Der Gegner wird es mir nicht übel nehmen, wenn ich sage, dass wir verdient gewonnen haben“, sagte Mladen Drijencic, Trainer der EWE Baskets Oldenburg, nach dem mehr als deutlichen 101:71 (63:36)-Erfolg im Nordwest-Derby am Freitagabend gegen Rasta Vechta. Sein Gegenüber Thomas Päch konnte Drijencic nur zustimmen: „Oldenburg hat uns heute ganz klar unsere Grenzen aufgezeigt. Sie haben ihre Form der letzten Wochen bestätigt. Wenn sie das weiter so durchhalten, dann freue ich mich auf ihre Playoff-Spiele.“
Die Oldenburger Chirurgen
Das Derby gegen den Nachbarn aus dem Oldenburger Münsterland war bereits nach dem ersten Viertel entschieden (32:19). Von Beginn an zerlegte die Offensivmaschine der Baskets die Verteidigung der Gäste aus Vechta mit chirurgischer Präzision.
Das Oldenburger Kollektiv bewegte den Ball schnell und präzise durch die eigenen Reihen. Am Ende verteilte das Drijencic-Team zehn Assists mehr als Vechta (25:15). Rasta kam mit dem Tempo nicht zurecht und konnte nur noch hinterherlaufen – es war teilweise ein „Katz-und Maus-Spiel. Der Sieg war ein Resultat einer starken Teamleistung. „Sie sind sehr früh aggressiv und physisch gewesen. Dann geht es ganz schnell, dass man gegen solch ein Team zu viel zulässt und schon zur Halbzeit mehr als 60 Punkte kassiert und nie eine Chance hatte, hier was zu holen“, musste Päch anerkennen.
Durch die effiziente Balzbewegung rissen die Gastgeber immer wieder große Löcher in die Defensive. Die Oldenburger Schützen standen teilweise völlig blank und konnten so hochprozentig aus der Nah- und Mitteldistanz (62 Prozent) abschließen. Auch von der Dreierlinie gingen 41 Prozent der Würfe durch die Reuse.
Defensives Bollwerk
Aber nicht nur in der Offensive setzten die Baskets Vechta unter Druck. Auch in der Defensive ließen die Hausherren kaum etwas anbrennen. Aus der Nah- und Mitteldistanz erlaubten die Baskets Vechta nur eine Wurfquote von 48 Prozent. Aus der Distanz war Vechta ebenfalls so gut wie abgemeldet (28 Prozent). Insgesamt kamen die Gäste auf eine Feldwurfquote von gerade mal 39 Prozent.
Oldenburg setzte Vechte enorm unter Druck und erzwang so 16 Ballverluste. Oldenburg gab den Ball hingegen nur zehn Mal ab. Besonders Karsten Tadda machte seinem Ruf als „Oldenburgs Verteidigungsminister“ alle Ehre. Vechtas Edgar Sosa (4 Punkte), der bisher fast 20 Zähler im Schnitt erzielt hatte, kam bis zur Halbzeit lediglich auf zwei Punkte.
„Es war wichtig, dass Karsten Tadda Vechtas Sosa unter Druck gesetzt und ihm keine Chance gegeben hat, in das Spiel zu finden. Rasid (Rasid Mahalbasic/Anm. d. Red.) hat es sehr gut umgesetzt, Clifford (Dennis Clifford/Anm. d.d Red.) schnell zu attackieren. Das hat uns geholfen, dass der Gegner nicht in den Rhythmus kam.“
Mahalbasic nutzte geschickt seine Vorteile aus und erzielte 17 Punkte und 10 Rebounds. Es war das 20. Double-Double (zweistellige Statistikwerte in zwei Kategorien) seiner Karriere. Oldenburg kontrollierte die Bretter (40:31) und sicherte sich vor allem defensiv gleich 30 der 40 Rebounds.
Nächster Gegner wartet schon
Der Auftritt des Drijencic-Team gegen den Nachbarn aus Vechta machte deutlich: Die Baskets haben im Verlauf der Saison einen weiteren Schritt gemacht. Bei den Niners Chemnitz können die Baskets am kommenden Freitag (19 Uhr) an diese Leistung anknüpfen.
