OLDENBURG - Der Oldenburger TB verschlief das zweite Viertel. Einige Akteure enttäuschten.

Von Nils Klaiber

OLDENBURG - In der Halbzeitpause platzte Trainer Thomas Glasauer der Kragen. Wutentbrannt schleuderte er das Anschreibebrett an die Wand, um es anschließend wild entschlossen in diverse Einzelteile zu zerteilen. Mit 14:28 hatten die Regionalliga-Basketballer des OTB das zweite Viertel praktisch abgeschenkt und sich nach zunächst gutem Start einen 35:42-Rückstand zum Seitenwechsel eingebrockt. Der Weckruf des Coaches an seine Akteure allerdings trug nur kurzzeitig Früchte – mit 71:76 kassierte der OTB gegen die BG Magdeburg schließlich die dritte Niederlage in Folge.

„Ich wollte meine Spieler wachrütteln“, erklärte ein komplett frustrierter Glasauer die temporäre Eskalation vor den Augen der knapp 300 Besucher. „Es kann nicht sein, dass ich zu den Beteiligten mit dem größten Einsatz gehöre“, ergänzte er. In der Tat: Nicht alle der neun eingesetzten OTB-Korbjäger hatten das Letzte aus sich herauszuholen versucht, um den greifbaren Sieg auch einzufahren.

Dabei hatte es passabel begonnen, als die Gäste minutenlang auf den ersten Korberfolg warteten. Geradezu verzaubert wirkte der Korb, der sich erfolgreich aller Versuche erwehrte, den Ball aufzunehmen. Magie alleine erwies sich dann aber als falscher Partner, denn Magdeburg erspielte sich im zweiten Viertel ein deutliches Übergewicht. Aus Oldenburger Sicht doppelt ärgerlich: Die Gäste benötigten keine Brillanz, um den OTB zu entzaubern, sondern einzig solide Arbeit.

Dem Ausbruch des Trainers ließen die Spieler dann zumindest streckenweise Abschnitte folgen, die mit Team-Basketball zu tun hatten. In der entscheidenden Phase aber wurde ausgerechnet Armin Willemsen (21 Punkte) – neben Tim Modersitzki (22) noch der engagierteste OTBer – zum Pechvogel. Der Ex-Berliner überschätzte in zwei Situationen seine Durchsetzungskraft am Korb, passte kurz danach einen Ball unbedrängt auf die Tribüne und scheiterte schließlich bei einem scheinbar einfachen Korbleger.

Willemsen die Niederlage anzulasten, würde der Realität nicht gerecht werden – individuelle Ausfälle wogen deutlich schwerer. Rekonvaleszent Andrej Mangold lief seiner Bestform ebenso hinterher wie Backup Steffen Kiese oder ein indisponierter Maximilian Gottwald. Auch Götz Rohdewald mochte wenig glücken. Glasauer: „Es schmerzt zu sehen, was wir leisten könnten und was wir tatsächlich momentan leisten.“