OLDENBURG - Die EWE Baskets hatten einfach keine Lust, nach einer gelungenen Bundesliga-Saison mit der zweitbesten Hauptrunden-Bilanz aller Zeiten Trübsal zu blasen. Die Nachricht, dass die Baskets Bamberg der Kontrahent der Oldenburger Bundesliga-Basketballer im Playoff-Viertelfinale sein würden, sorgte nur kurze Zeit für Trauer. „Ein anderer Gegner wäre auch ganz schön gewesen. Aber eigentlich liegt uns Bamberg. Jetzt müssen wir einfach mal besser sein als in den letzten Jahren“, sagte Daniel Strauch am Sonnabend unmittelbar nach der letztlich belanglosen 71:72 (40:32)- Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen.

Schon während des letzten Saisonspiels hatte sich in der mit 3148 Zuschauern ausverkauften EWE-Arena früh der Viertelfinal-Gegner herauskristallisiert. Dabei wurden die Gastgeber quasi Opfer ihrer Ehrlichkeit. Während die Oldenburger bis zuletzt um den Sieg kämpften, hatten ihre direkten Kontrahenten um die Plätze fünf bis sieben – Frankfurt (64:74-Pleite bei Absteiger Trier) und Bonn (83:93-Niederlage in Ulm) – schon im ersten Viertel ihre Bemühungen eingestellt, um unter allen Umständen die Bamberger als Kontrahent zu vermeiden. „Das ist schon Wettbewerbsverzerrung, wenn die Favoriten ihr Spiel so herschenken“, schimpfte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller.

Durch die sich abzeichnenden Niederlagen der Frankfurter und Bonner war früh klar, dass die Oldenburger dadurch auf dem fünften Platz zementiert waren. Trainer Predrag Krunic gab zu, dass auch die EWE Baskets über das Geschehen in den anderen Hallen informiert waren: „In der Halbzeitpause haben wir davon erfahren. Wir haben es registriert und uns dann wieder auf uns selber konzentriert“.

Zerrissen zwischen dem Wunsch nach einem Heimsieg und der Aussicht einer Playoff-Serie gegen den Meister verloren die Oldenburger mehr und mehr die Spannung. „Im letzten Viertel haben wir im Angriff nicht mehr entschlossen genug gespielt und nicht mehr getroffen. 71 Punkte sind in eigener Halle nicht genug“, stellte Krunic fest. Angeführt vom entfesselt aufspielenden ehemaligen Baskets-Kapitän Tyron McCoy, der an alter Wirkungsstätte 24 Punkte samt vier Dreiern erzielte, zeigten die Leverkusener, dass mit ihnen trotz personeller Turbulenzen auch in den Playoffs gerechnet werden muss.

Angesichts der schweren Verletzung von Jasmin Perkovic, der sich schon nach zwei Spielminuten das Knie verdrehte und von seinen Mitspielern vom Feld getragen werden musste, ist die Aufgabe noch viel schwerer geworden. Der Kroate hat eine Kapselverletzung mit starker Einblutung im Knie erlitten. Eingehende Untersuchungen zeigten, dass weder Meniskus noch Kreuzbänder betroffen sind. Wie lange er ausfallen wird, lässt sich indes noch nicht voraussagen; über einen Einsatz in der Playoff-Runde gegen Bamberg werde „von Spiel zu Spiel“ entschieden, sagte Krunic am Pfingstmontag. In den ersten beiden Partien an diesem Donnerstag (20.45 Uhr) in Bamberg und am Sonntag (17.30 Uhr, EWE-Arena) sollte aber nicht mit dem Flügelspieler gerechnet werden. Karten für das erste Heimspiel sind an diesem Dienstag um 10 Uhr an den bekannten Verkaufsstellen zu haben.

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