OLDENBURG - Als in den vergangenen Wochen in mehreren Partien der EWE Baskets auf einmal Joscha Kolnisko und Leif Troelenberg für insgesamt fünf Minuten und zwanzig Sekunden auf dem Parkett in der Basketball-Bundesliga standen, rieben sich viele Basketball-Interessierten die Augen. Wenngleich ihr Einsatz der Verletzung von Acha Njei geschuldet war, wusste beide durchaus zu überzeugen. Die beiden Eigengewächse des Oldenburger TB haben dadurch ein Ziel erreicht, von dem wohl jedes Nachwuchstalent in Deutschland träumt.
Damit solche Träume auch in Zukunft in Oldenburg wahr werden können, intensivierten die Baskets vor Saisonbeginn ihre Nachwuchsarbeit. Assistenztrainer Ralph Held übernahm zusätzlich den Posten des Nachwuchskoordinators, seitdem änderte sich in Kooperation mit dem OTB und Landestrainer Karl-Heinz Röben Einiges.
„Wir haben vor der Saison ein neues Konzept erarbeitet. Gerade in puncto Trainingsumfang und Arbeit im athletischen Bereich gab es Nachholbedarf“, blickt Held zurück, dank des Konzeptes ist das nun Vergangenheit.
Trainingsumfang erweitert
Die hoffnungsvollsten Oldenburger Talente um die Nationalspieler Lukas Higgen, Martin Krügel, Jakob Albrecht und Jan Niklas Wimberg trainieren nun viel öfter als zuvor. Dreimal in der Woche stehen sie schon um sechs Uhr morgens in der Halle und absolvieren vor der Schule Athletik- und Individual-Einheiten.
„Die Jungs waren natürlich erstmal skeptisch“, erklärt Held: „Dann wurde es aber sehr gut aufgenommen.“ Einmal in der Woche geht es zudem in den Kraftraum, am frühen Abend trainieren die Spieler in ihren Teams.
Am Wochenende laufen dann alle Spieler entweder in der Jugend- oder Nachwuchs-Bundesliga auf, diese Teams haben Vorrang, sollte es Spielplanüberschneidungen geben. Einige spielen zudem in Landesliga-, Bezirksoberliga- oder sogar in Regionalliga-Teams.
Spielpraxis sammeln
„Es ist wichtig, dass die Jugendlichen so viele Spiele wie möglich auf hohem Niveau absolvieren. Alle Teams haben ein einheitliches Trainingskonzept, dadurch finden sich die Jungs auch in den jeweils anderen Mannschaften schnell zurecht, mit denen sie nicht trainieren“, erklärt Held.
Der Aufwand für die Spieler ist dabei so groß, dass sogar die Schule hilft. So bietet das Gymnasium Eversten als Partnerschule des Leistungssports ihnen zusätzlichen Förderunterricht an, auch eine Schulzeitstreckung für die Nationalkader-Athleten auf 13 Schuljahre ist möglich. „Wir wollen das auch für die Landeskader-Athleten erreichen“, hofft Held.
Lob erhalten die Oldenburger von höchster Stelle: „Das Jugendprogramm ist für Oldenburg, aber auch für ganz Deutschland und die Nationalmannschaft ein wichtiger Schritt“, nahm sogar Bundestrainer Dirk Bauermann die positive Entwicklung wahr.
Nach der ersten Saison mit intensiverer Förderung hat Held hingegen bereits einige Ideen zur Verbesserung: „Wir müssen die Trainingspläne stärker individualisieren und an die jeweiligen Spieler anpassen. Auch eine noch bessere Koordination zwischen den Teams ist möglich.“
