OLDENBURG - Nach nahezu fünf Jahren müssen sich die EWE Baskets Oldenburg wieder auf die Suche nach einem neuen Trainer begeben. Zwei Tage nach der 73:82-Niederlage bei TBB Trier beurlaubte der Basketball-Bundesligist am Montag seinen Coach Predrag Krunic. Der 44-jährige Bosnier hatte das Amt seit 2007 inne und die Oldenburger 2009 überraschend zum Gewinn der deutschen Meisterschaft geführt. Das Vertragsverhältnis zwischen den Baskets und Krunic wird trotz der Beurlaubung nicht angetastet, da der Kontrakt am Saisonende ohnehin ausläuft.
Verantwortlich für die Mannschaft ist bis auf weiteres der bisherige Co-Trainer Ralph Held (54). Er ist bereits an diesem Dienstag (20 Uhr, EWE-Arena) gefordert, wenn die Baskets die Eisbären Bremerhaven zum Bundesligaspiel empfangen.
Dieser Schritt ist leider notwendig geworden, um die Mannschaft aufzurütteln, sagte Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller. Zuletzt gab es immer häufiger Niederlagen gegen Teams, die wir hätten schlagen können. Wir wollen mit der Trennung von Krunic auch ein Zeichen geben, dass es so nicht weitergehen kann.
In der Tabelle belegen die Baskets nach 24 Spielen Rang zehn. Das Erreichen des Minimalziels, die Teilnahme an den Playoffs, ist somit in ernsthafter Gefahr.
Krunic war am Morgen von Schüller über die Beurlaubung informiert worden. Er hat es professionell und gelassen aufgenommen, beschrieb Schüller die Reaktion seines leitenden Angestellten. Für eine Stellungnahme war Krunic am Montag nicht zu erreichen.
Schüller erklärte, letztlich habe er die Entscheidung getroffen, sich vom Trainer zu trennen. Druck von außen, beispielsweise von den Sponsoren, habe es nicht gegeben: Ich habe Rat von verschiedenen Seiten eingeholt. Letztlich bin ich es aber, der diese Entscheidung trifft.
Wie lange nun Held für die Mannschaft verantwortlich sein wird, steht noch nicht fest. Möglich ist, dass er den Posten bis zum Saisonende übernimmt, sagte Schüller. Ich führe nun viele Gespräche mit vielen Leuten, darunter auch mit Held.
Die Trainersuche kommt für die Baskets zu einem unpassenden Zeitpunkt. Denn gestandene Übungsleiter wie Sebastian Machowski (Braunschweig), Doug Spradley (Bremerhaven), John Patrick (Würzburg) und Luka Pavicevic (Roanne/Frankreich) stehen mitten in der Saison anderswo unter Vertrag. Der langjährige Baskets-Spieler Tyron McCoy strebt zwar ein Engagement als Cheftrainer an, er ist derzeit aber als Co-Trainer an die Artland Dragons Quakenbrück gebunden.
