Oldenburg - Das letzte Hauptrundenspiel der EWE Baskets Oldenburg am Dienstagabend gegen die BG Göttingen verlief alles andere als dramatisch. Beim 98:77-Sieg der Baskets lagen die Gäste lediglich in der Anfangsphase mit zwei Punkten in Führung – danach dominierten die Oldenburger, die sich durch den Erfolg den dritten Tabellenplatz in der Basketball-Bundesliga (BBL) sicherten und somit in den Playoffs auf den Tabellensechsten RP Ulm treffen.
Der große Moment
Und so hatte die Partie gegen Göttingen eben doch eine Verbindung zum Dramatischen. Denn der kommende Gegner RP Ulm ruft bei vielen Oldenburgern einen der herausragendsten, spannendsten und emotionalsten Momente der Baskets-Playoff-Historie in Erinnerung. Am 23. Mai 2017 lagen die Oldenburger zu Hause im zweiten Spiel der Halbfinalserie (die erste Partie war auswärts verloren gegangen) zur
1. Spiel Donnerstag, 20. Mai Oldenburg - Ulm (20.30 Uhr). 2. Spiel
Samstag, 22. Mai Oldenburg - Ulm (19 Uhr).3. Spiel
Montag, 24. MaiUlm - Oldenburg (20.30 Uhr).4. Spiel (falls nötig)
Mittwoch, 26. Mai Ulm - Oldenburg (19 Uhr).5. Spiel (falls nötig)
Freitag, 28. Mai Oldenburg - Ulm (20.30 Uhr).
Halbzeitpause mit 27 Punkten (33:60) gegen Ulm zurück. Nach einer aufreibenden Aufholjagd trat Chris Kramer beim Stand von 90:93 vier Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie. Der erste Wurf war ein Fehlversuch, den zweiten Ball setzte der US-Amerikaner so gekonnt gegen Brett und Ring, dass er selbst den Rebound bekam. Kramer passte hinaus zu Rickey Paulding, der mit der Schlusssekunde per Dreier zum 93:93-Ausgleich traf – seit ihrer Eröffnung rund vier Jahre zuvor war die große Arena bis zu diesem Zeitpunkt durch das tobende Publikum noch nicht so in ihren Grundfesten erschüttert worden. Oldenburg gewann die Partie nach Verlängerung und einige Tage später auch die Serie mit 3:2.
Auf dem Feld könnten sich solche Szenen in der kommenden Viertelfinal-Serie wiederholen, auf den Tribünen nicht. Denn Zuschauer wird es aller Voraussicht nach weder in Ulm noch in Oldenburg geben.
Das Studienobjekt
Baskets-Trainer Mladen Drijencic ist an diesem Wochenende in der angenehmen Situation, den kommenden Gegner noch einmal studieren zu können. Denn die Ulmer nehmen am Vierer-Pokalturnier in München teil, für das sich die Oldenburger nicht qualifiziert hatten. Am Samstag um 16 Uhr fordern die Ulmer im Halbfinale Gastgeber Bayern München heraus, bei Finaleinzug würde das Team von Trainer Jaka Lakovic (als Assistent steht ihm der Ex-Oldenburger Tyron McCoy zur Seite) am Sonntag auf den Sieger des anderen Semifinals BG Göttingen - Alba Berlin treffen. Wie stark die Ulmer sind, bekamen die Baskets erst kürzlich zu spüren, das Ligaspiel am 24. April ging aus Oldenburger Sicht mit 75:93 verloren. An jenem Tag präsentierte sich – wie schon in der gesamten Saison – Troy Caupain in hervorragender Form. Er ist mit einem Schnitt von 14,0 Punkten pro Spiel Ulms bester Schütze, außerdem hat er mit durchschnittlich 26:34 Minuten die meiste Einsatzzeit und liefert die meisten Assists (4,3). Der 33-jährige Routinier Per Günther fehlt indes seit Wochen wegen einer Ellbogenverletzung. Ob er zum Pokalturnier oder zu den Playoffs wieder fit ist, haben die Ulmer bislang nicht kommuniziert.
Der Modus
Weiter kommt die Mannschaft, wie in den BBL-Playoffs üblich, die zuerst drei Spiele gewinnt. Um in Corona-Zeiten die Zahl der Reisen zu reduzieren, werden die ersten zwei Spiele in Oldenburg ausgetragen. Das dritte Duell steigt in Ulm, ebenso ein mögliches viertes. Das fünfte Spiel würde wiederum in Oldenburg stattfinden. Der ursprünglich einmal gehegte Gedanke, die Spiele an einem Ort sogar an zwei direkt aufeinanderfolgenden Tagen zu absolvieren, wurde von der BBL wieder verworfen. So wird zwischen den maximal fünf Spielen jeweils ein Tag Pause eingelegt, der entweder zur Regeneration oder zum Reisen genutzt wird.
Beim vorsichtigen Blick auf einen möglichen Gegner im Halbfinale springt Baskets-Interessierten prompt der Name Alba Berlin entgegen, das in seiner Viertelfinal-Serie gegen die Hamburg Towers Favorit ist. Ein Wiedersehen mit den Berlinern würde den Baskets die Chance geben, die schwarze Serie zu beenden. Siebenmal (2006, 2008, 2011, 2015, 2018, 2019, 2020) standen sich Oldenburg und Berlin bislang in Playoffs bzw. K.o.-Phasen der BBL gegenüber, siebenmal setzten sich die Hauptstädter durch.
