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Oldenburger Beim Tc Scc Berlin OTeV streift Corona-Angst und Angriff ab

Oldenburg/Berlin - Aus der rund 350 Kilometer Luftlinie entfernten Heimat musste OTeV-Trainer Daniel Greulich am Sonntag mit seinem Team mitfiebern, als dieses beim TC SCC Berlin um den zweiten Sieg im zweiten Spiel dieser Sommersaison in der Tennis-Regionalliga kämpfte – und ihn durch ein 5:4 auch verbuchte. Weil ein Talent nach einem Training am Donnerstag mit ihm Symptome entwickelt hatte, die in der aktuellen Zeit natürlich noch mehr für Alarmstimmung sorgen, war der Coach nicht mit in die Hauptstadt gefahren.

Starke Berliner Bubis

„Das war uns ehrlich zu riskant“, erzählte Greulich schon am Samstag, als sich sein Team in Richtung Berlin aufgemacht hatte. „Keiner würde sich gut fühlen, wenn ich mitgefahren wäre. Ich hätte die ganze Zeit latent ein schlechtes Gewissen gehabt“, ergänzte der Coach, konnte aber später Entwarnung geben. Das Talent, das er trainiert hatte, habe „nur“ eine normale Grippe.

Die Angst am Samstag vor einer Corona-Infizierung war wie die am Sonntag vor einer Niederlage also letztlich unbegründet – auch wenn die im Schnitt achteinhalb Jahre jüngeren und leistungsstarken Berliner Bubis in ihrem ersten Saisonspiel dem OTeV kräftig Kopfschmerzen bereiteten.

„Beim Blick auf die SCC-Aufstellung waren wir die Favoritenlampe definitiv los“, sagte Greulich, der vom mitgefahrenen Sebastian Strehle ständig auf dem Laufenden gehalten wurde. Dieser berichtete von rund 50 Zuschauern, die wegen der speziellen Corona-Regeln in dieser Saison „unseres Wissen nach“ nicht erlaubt sind, so Greulich: „Auch dass der Oberschiedsrichter der Vater eines Berliner Spielers war, ist nicht gerade neutral.“

Gegen alle Widrigkeiten

Eine Woche nach dem 9:0 gegen den Klipper THC aus Hamburg stemmten sich die Oldenburger aber gegen alle Widrigkeiten. Kapitän Michel Dornbusch (29) legte ein 6:4, 6:3 gegen Tristan Wolke (22) vor, während Alexander Meyer (24) mit dem gleichen Ergebnis die Aufgabe gegen Finn Stodder (19) sicher meisterte.

Florian Barth (31) startete mit einem 2:6 gegen Benito Jaron Sanchez Martinez (18), doch nach einem 6:0 schien eine 3:0-Führung möglich. Der Routinier unterlag dem Berliner Talent aber im Champions-Tie-Break 6:10.

In der zweiten Einzelrunde sah Lasse Muscheites (24) im einzigen Duell, in dem der SCC-Mann der ältere Spieler war, gegen den Spanier Sergio Martos Gornes (25) keine Sonne und verlor 1:6, 1:6. Im Spitzenspiel bescherte Stefan Seifert (35) dem OTeV durch ein 6:4, 6:2 gegen den Bulgaren Alexander Donski (21) wieder eine Führung (Greulich: „überragende Leistung), doch ein 6:7 (7:9), 6:7 (4:7) von Mattis Wetzel gegen den zwölf Jahre jüngeren Pit Malaszszak sorgte für ein 3:3 nach den Einzeln.

Wetzel/Meyer unterlagen im Doppel Wolke/Stodder 4:6, 1:6, aber das eingespielte Duo Seifert/Muscheites (6:3, 6:4 gegen Sanchez Martinez/Donski) und Dornbusch/Barth (6:4, 6:3 gegen Martos Gornes/Malaszszak) streiften am Fuß des Teufelsberg, einem nach dem Zweiten Weltkrieg entstandenen Trümmerberg, den Angriff der jungen Wilden aus Berlin-Grunewald ab.

Kein Duschen erlaubt

„Auf unsere Doppel können wird uns verlassen, auch wenn die Stimmung hitzig war“, sagte Greulich, dessen Team auch erst vor Ort erfahren habe, dass die Duschen geschlossen sind. „Die ganzen Sachen kann man bei einem 5:4 aber locker weglächeln“, resümierte der OTeV-Coach: „Schade, dass ich bei so einem emotionalen Duell zu Hause bleiben musste.“

So läuft die Saison

Die Sommer-Saison 2020 findet aufgrund der Corona-Pandemie unter etwas anderen Rahmenbedingungen statt. In den Ligen des Tennisverbandes Niedersachsen-Bremen (TNB) gibt’s keinen Auf- und Abstieg. Dagegen soll es in der Regionalliga einen Aufsteiger in die 2. Bundesliga geben.

Alle Teams hatten vorab die Chance, sich aus dem aktuellen Betrieb zurückzuziehen. Die Mannschaften, die von dieser Möglichkeit frühzeitig Gebrauch gemacht haben, dürfen 2021 in der gleichen Spielklasse antreten.

Die Partien sollen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln mit Einzeln und Doppeln stattfinden. Im Doppel sollte – soweit möglich – ein Zwei-Meter-Abstand eingehalten werden. Zuschauer sind nicht zugelassen.

Jan-Karsten zur Brügge
Jan-Karsten zur Brügge Sportredaktion
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