OLDENBURG - Jesko bohrt die rote Plastikschaufel in den Sand hinein. Der Zweijährige hat eine Baustelle errichtet – auf dem Spielplatz der „Biberburg“. Die war vor drei Jahren selbst noch eine Baustelle. Im September 2008 eröffnete EWE-Chef Werner Brinker die Betriebskindertagesstätte in Kreyenbrück. Das pädagogische Konzept dazu hatte die heutige Leiterin Ingrid Eilers-Bruns entwickelt.

Und das ist aufgegangen: Bereits im November 2008 gewann die „Biberburg“ den Familien-Oskar Olly der Stadt Oldenburg. Mittlerweile wollen so viele Mitarbeiter ihre Kinder hier betreut wissen, dass die Plätze nicht mehr ausreichen. Ingrid Eilers-Bruns führt eine Warteliste.

Und zwar nicht nur für die 49 Kindergarten- und zehn Hortplätze, sondern vor allem auch für die Krippe: Insgesamt 51 Kleinkinder werden hier betreut, während ihre Eltern für die EWE arbeiten. Zwischen 7 und 18 Uhr hat die Krippe geöffnet. Zeitgleich sind maximal zwölf Kinder in einer der vier Gruppe. „Betreuungsschlüssel Eins zu Vier“ lautet die Vorgabe für die Personalplanung, die Eilers-Bruns wie ein Credo wiederholt. Jeweils drei Mitarbeiter kümmern sich um eine Krippengruppe.

Die kleine Lisa tappt den Flur entlang. Ihre Schritte sind noch unbeholfen. Zwischen zwei Monaten und drei Jahren sind die Krippenkinder alt. Am Anfang können die meisten noch nicht laufen und auch noch nicht sprechen. Sie müssen regelmäßig mit dem Fläschchen gefüttert und alle paar Stunden ihre Windeln gewechselt werden.

Laufen, sprechen, essen und auch aufs Töpfchen gehen – das lernen die Kleinen hier. Und sie lernen es viel schneller als Zuhause, beobachtet Eilers-Bruns. „Die Kleinen schauen sich alles von den Größeren ab, die Größeren lernen, auf die Kleinen achtzugeben.“ Die Eltern werden regelmäßig über die Entwicklung informiert. Für jedes Kind steht ein dicker Ordner im Regal.

Auf ihrer Krippenliste zählt die Stadt Oldenburg 39 Einrichtungen auf. Die „Biberburg“ steht an vorvorletzter Stelle und in Klammern dazu: Betriebskindertagesstätte. Da­­hinter ein schwarzes Ausrufezeichen. Trotzdem rufen immer wieder „externe Eltern“, die nicht bei EWE arbeiten, an und fragen nach einem Platz. „Die Eltern sind verzweifelt“, berichtet Eilers-Bruns. Doch Externe haben keine Chance: „Wir haben noch nicht mal genug Plätze für alle Mitarbeiterkinder“, sagt Eilers-Bruns und hält abwehrend die Hände hoch. Die Warteliste für den nächsten Krippen-Jahrgang wächst schon wieder.

Von den 51 Krippenkindern kommen 28 aus dem Stadtgebiet. „Das sind mehr als zwei Gruppen“, rechnet Eilers-Bruns vor. „So nehmen wir der Stadt ja auch schon etwas von ihren Aufgaben ab.“

Stefanie Dosch
Stefanie Dosch Politikredaktion/Newsdeskmanagerin